Kinderbuch und Jugendbuch - wir behandeln alle Themen.
00:00:00: Intro: Die Kinderbuchpraxis. Hier behandeln Dr. Stefan und Mr. Ralf Themen rund ums Kinder- und Jugendbuch. Sie sprechen über aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt oder über Bücher. Und zwar jeden zweiten Freitag. Mr. Ralf, das ist Ralf Schweikart. Dr. Stefan, das ist Dr. Stefan Haug. Für die Literattour ist Lennart Schaefer mit dem Fahrrad 11.000 Kilometer durch Deutschland gefahren und hat auch Schulklassen besucht.
00:00:27: Intro: Wie passen seine Erfahrungen vor Ort zu den Ergebnissen der aktuellen JIM-Studie? Und jetzt Tür auf zur Kinderbuchpraxis.
00:00:38: Mr. Ralf: Ja, herzlich willkommen, Lennart Schaefer. Viele
00:00:40: Dr. Stefan: kennen ihn quer durch Deutschland, weil er mit einem Lastenfahrrad von der Leipziger Buchmesse bis zur Frankfurter Buchmesse also von März 2025 bis Oktober 2025 Von zu
00:00:55: Mr. Ralf: Buchmesse
00:00:55: Dr. Stefan: Ja, aber dazwischen war er überall quer durch Deutschland.
00:00:58: Dr. Stefan: Er war im Saarland, er war ganz hoch im Norden er war ganz tief im Süden, er war sogar in Quedlinburg. Also überall war er irgendwie. Und da haben wir gedacht, er war auch ganz viel in Schulen und das ist ja die JIM-Studie erschienen Aber erstmal hallo hallo Lennart, dass wir deine Stimme auch hören.
00:01:18: Dr. Stefan: Hallo
00:01:18: Lennart Schaefer: Genau, hier ist die Stimme, hallo.
00:01:20: Dr. Stefan: Die Stimme the voice.
00:01:22: Mr. Ralf: Er ist auch wieder zu Atem gekommen nach der langen Fahrradtour.
00:01:25: Dr. Stefan: Ein paar
00:01:26: Mr. Ralf: Kilometer waren das. Wie viel?
00:01:28: Dr. Stefan: Das
00:01:28: Lennart Schaefer: waren 11.000 Kilometer und tatsächlich durch alle Bundesländer. Also man kann wirklich sagen, Norden Osten, Süden Westen alles einmal gesehen.
00:01:37: Dr. Stefan: Das ist ganz schön viel.
00:01:39: Mr. Ralf: Dann hat man aber auch aus allen Bundesländern Erfahrungen mit Kindern, Jugendlichen, mit Menschen, die mit Literatur zu tun haben, mit Buchhandlung und so weiter gemacht. Das ist natürlich dann auch spannend mal zu hören. Vielleicht unterscheiden die sich ja auch.
00:01:51: Dr. Stefan: Das kann auch sein.
00:01:52: Dr. Stefan: Also dein Ziel war ja, vielleicht muss man das sagen, nicht jeder weiß, was der Zweck sozusagen der langen Tour war. Du wolltest Literatur ins Gespräch bringen. Ja
00:02:04: Lennart Schaefer: Genau darum ging es mir und das eben auf ganz verschiedene Arten Natürlich war so die Grundidee ich fahre mit diesem Lastenrad durch ganz Deutschland und zeige was gibt es überall so in dieser Literaturlandschaft Deutschland.
00:02:17: Lennart Schaefer: Also von Buchhandlungen über Autorinnen, Verlage, ich habe eine Druckerei besucht, habe auch die VVA besucht also den größten Logistiker der Buchbranche und das Ganze eben auf Instagram Begleitet und da gezeigt, was ich so mache, wo ich unterwegs bin. Und ich habe aber eben auch gesagt, ich möchte Schulklassen besuchen, um da Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern mit denen ins Gespräch zu kommen.
00:02:41: Lennart Schaefer: Und da war ich wirklich von der ersten Klasse bis zur abiturrelevanten Oberstufe überall unterwegs. Und ja, aber das Grundstil war Literatur ins Gespräch bringen, auch einen Anlass schaffen, damit berichtet wird über Bücher. Ich war dann am Ende 10 Mal im Fernsehen, 20 Mal im Radio und in hunderten Zeitschriften und natürlich nicht ich dann, sondern das Thema Buch, darum ging es mir und das hat super funktioniert.
00:03:06: Mr. Ralf: Aber das setzt ja voraus dass du im Vorfeld gesagt hast, es braucht mehr Öffentlichkeit für Literatur und Bücher.
00:03:13: Lennart Schaefer: Ja, vor allen Dingen eine positive Öffentlichkeit für Literatur und Bücher, weil das ja der Buchbranche manchmal nicht ganz so gut gelingt gerade zu den Buchmessen wenn die Aufmerksamkeit fürs Thema Lesen so groß ist, da die positiven Schlagzeilen nach draußen zu stellen, sondern wenn man mal zurückgeht, war das oft dann ein Leserrückgang der in den Schlagzeilen war oder jetzt zuletzt die Krise der Druckereien, obwohl es ja so viele schöne Nachrichten gibt und Darum ging es mir eben, eine schöne Geschichte zu erzählen, eine positive, die motiviert.
00:03:45: Dr. Stefan: Zum Lesen motiviert von Literatur, von Belletastik. Ja, und wir dachten, die Jim-Studie ist erschienen, also alle, glaube ich zwei Jahre gibt es der. Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest, die Studie raus und die fragen ganz viel.
00:04:04: Mr. Ralf: Jim steht für Jugendinformation Medien, das vielleicht nochmal.
00:04:08: Vielleicht
00:04:08: Mr. Ralf: kennt ja der eine noch Big Jim, das ist aber was anderes. Das ist was anderes
00:04:12: Dr. Stefan: Genau. Und da ist natürlich eine Kategorie auch Bücher und Lesen Und interessanterweise über die letzten, wenn wir uns im Vergleich die Grafiken anschauen, dann zeigt sich eigentlich über die letzten zehn Jahre weitgehend, dass da eine Konstanz ist.
00:04:27: Dr. Stefan: Aktuell ist es so, dass jetzt 84 Prozent der Befragten angegeben haben, zumindest selten ein Buch aufzuschlagen und zu den 35 Prozent, die regelmäßig lesen da kommt dann nochmal ein Fünftel dazu, dass... Also im wöchentlichen Rhythmus oder im zweiwöchentlichen Rhythmus zum Buch greift und dann gibt es knapp 30 Prozent, die das monatlich oder zumindest selten tun.
00:04:53: Dr. Stefan: Und wenn wir jetzt zusammenzählen haben wir dann einen Anteil der Nichtleser oder Nichtleserinnen, der bei 16 Prozent liegt. Und das ist schon mal über die letzten, jetzt könnte man sagen, ist ja toll, dass sich das nicht weiter gesteigert hat. Vor allem, ich hätte gedacht, dass die Nichtleser mehr werden, weil die Smartphone-Nutzung ja auch exorbitant ist.
00:05:17: Mr. Ralf: Ja gut, aber das zeigt sich dann ja wiederum in der einzigen Zahl, die sich doch deutlich verändert hat, nämlich der Lesedauer. Und das hat in der Tat zuletzt im Jahr deutlich abgenommen. Das heißt also, bei den Jungs 15 Minuten und bei den Mädchen 9 Minuten, klingt jetzt wenig, aber wenn man diese Gesamtzahl sieht, dass Mädchen 61 Minuten mit dem Lesen verbringen und Jungs 49, dann sind das schon relevante Zahlen.
00:05:44: Mr. Ralf: Das heißt, wenn man liest dann… Ist man offenbar von vielen anderen Dingen so umgeben dass man sagt, ich habe jetzt gerade mal Zeit zum Lesen aber jetzt nicht mehr so lang.
00:05:53: Dr. Stefan: Wobei das passt dazu, dass eben 42% der Mädchen ja mehrmals wöchentlich zum Buch oder zum Comic greifen. Bei den Jungs sind es nur 28%.
00:06:01: Dr. Stefan: Also da haben wir schon diesen Gap. Und unter denjenigen, die angeben nie zu lesen liegt der Anteil der Jungen fast doppelt so hoch, also 20% Jungs Mädchen 11%. Und wahrscheinlich hast, könnte ich mir vorstellen, dass du ähnliche Beobachtungen gemacht hast vom Altersverlauf her, weil im Altersverlauf so die Studie nimmt halt die Häufigkeit des Lesens ab und es steigt der Anteil derjenigen, die überhaupt nicht lesen Und da sinkt dann auch der Anteil der regelmäßigen Leserinnen von 45 Prozent bei den 12- bis 13-Jährigen auf 27 Prozent bei den 18- bis 19-Jährigen und da wäre es jetzt spannend, wie so deine Erfahrungen sind von denen.
00:06:42: Dr. Stefan: In der Schule ist dir ja keiner ausgekommen, die müssen zumindest, also hast alle, hast du da vor deiner Linse gehabt, was hast du für Erfahrungen da sammeln Es sind dann die echten
00:06:52: Mr. Ralf: Menschen, nicht nur die nackten Zahlen, sondern die Aussagen die man dann wahrscheinlich auch hört.
00:06:57: Lennart Schaefer: Ja, genau. Und ich mache das auch immer so bei meinen Schulklassenbesuchen, dass es so zweigeteilt ist.
00:07:04: Lennart Schaefer: Im zweiten Teil, das ist so quasi der Inhalt, mit dem ich das den LehrerInnen verkaufe, ist, dass ich mit den SchülerInnen im Gespräch arbeite wie entsteht eigentlich so ein Buch? Was passiert da? Was braucht es sozusagen von der Idee, bis das Buch dann in der Buchhandlung ist? Und im ersten Teil... Und das nimmt dann doch ordentlich viel Zeit an, gehe ich wirklich einmal durch die komplette Klasse, dann sollen die sich einmal vorstellen mit Namen mit Alter und was deren Lieblingsbuch ist und wenn sie das nicht haben, dann auch Lieblingscomputerspiel oder Film oder Serie, weil ich da ja auch niemanden bloßstellen möchte.
00:07:37: Lennart Schaefer: Und da ist es schon interessant gewesen, diese Altersunterschiede zu sehen, also dass wirklich in der ersten Klasse oder auch zweite, dritte noch, also Grundschule wirklich, gibt es eine riesengroße Begeisterung für Bücher und da hat eigentlich jeder irgendwas. Da gibt es vielleicht 10 20 Prozent, die sagen, nee, ich habe doch eher ein Lieblingsspiel Und wenn ich dann in diese Oberstufen gekommen bin, da ist das interessant Fast Hälfte Hälfte wenn überhaupt.
00:08:05: Lennart Schaefer: Und man muss auch sagen, wenn da Lieblingsbücher genannt werden, das ist immer ganz witzig gewesen, weil dann ganz oft ein Titel sich immer wieder vorkam nicht nur gedoppelt hat, sondern dann wirklich ein Viertel der Klasse ein Titel Genannt hat. Es war aber immer ein anderer und dann habe ich immer gefragt, ist das der, ist das das Buch, was ihr gerade in der Klasse lest?
00:08:25: Lennart Schaefer: Und das war es dann auch immer. Und das zeigt natürlich auf der einen Seite, okay, wahrscheinlich lesen sie außerhalb der Schule gar nicht so viel. Also muss man dann auch dieses Lieblingsbuch, kann man jetzt nicht direkt rein rechnen und sagen, das sind dann vier LeserInnen. Auf der anderen Seite zeigt es natürlich auch, wie wichtig es ist, was in der Schule gelesen wird, also was für eine große Rolle die Schule spielt.
00:08:48: Dr. Stefan: Wobei mich das gerade überrascht, dass das das Lieblingsbuch also das Buch, was man in der Schule lesen muss gerade, dass das auch das Lieblingsbuch ist.
00:08:56: Lennart Schaefer: Ja, ich weiß, es ist vielleicht auch so eine Verlegenheit, dass die dann denken, ich muss doch jetzt ein Buch nennen und dann nehme ich sozusagen das Einzige was mir gerade in den Kopf kommt oder was mir nahe ist.
00:09:07: Lennart Schaefer: Obwohl tatsächlich, also... Und es auch immer öfter vorkam, dass es relativ moderne Bücher waren, die gelesen wurden, auch mit der Klasse. Also natürlich gibt es die Klassiker, über die sich auch immer noch aufgeregt wird und sagt, die sind langweilig Das war in meiner Schulzeit auch schon so. Das hat sich nicht groß geändert.
00:09:25: Lennart Schaefer: Ja, aber es gibt eben mehr Bücher, die auch wirklich aus unserem Jahrhundert kommen, die in der Schule gelesen werden und die dann vielleicht ein bisschen mehr Anklang finden.
00:09:35: Mr. Ralf: Also dann doch eine Präsenz von aktueller Literatur und Spiel Gab das jetzt quasi aus der familiären Erfahrung auch gemacht, dass da durchaus Titel dabei sind, mit denen man sich dann einfach so intensiv auseinandersetzt und beschäftigt und die dann auch gar nicht als so schlecht wahrgenommen werden, auch wenn immer dieses, wir lesen jetzt einen Roman.
00:09:53: Mr. Ralf: Wer ist das? Wie heißt die Autorin? Wie heißt der Titel?
00:09:56: Lennart Schaefer: Ich
00:09:56: Mr. Ralf: muss das besorgen. Oh, das ist ja so lang. Und dann kommt irgendwann doch die Annäherung an Thema, Inhalt, Text, Sprache, was auch immer. Das braucht ja manchmal und das ist ja doch erstmal ein ganz gutes Zeichen, dass da eben nicht nur immer die Weimarer Klassik drin ist oder draußen vor der Tür oder was man halt so als Standardwerk noch in Schule hat.
00:10:16: Dr. Stefan: Der Wärter, der Wärter
00:10:18: Mr. Ralf: immer.
00:10:18: Lennart Schaefer: Genau, da müssen
00:10:19: Dr. Stefan: wir auch Wojcik genau. Wobei ich interessanterweise immer wieder auf Leute treffe, die sowohl Wojcik als auch Werther dann sagen, oh, das habe ich überhaupt nicht gedacht und so weiter. Und dann sind die aber durchaus von dem, was da passiert, gut, ist ja auch dramatisch, mit fulminantem Schluss, aber dass die dann doch irgendwie, oh, das toll finden dann.
00:10:41: Dr. Stefan: Aber du hast ja andere Titel wahrscheinlich. Also wenn du sagst neuere, was war dazu? Erinnerst du dich noch an... Ein, zwei, drei Titel die irgendwie dann Klassenlektüre waren und gleichzeitig als gut empfunden wurden.
00:10:56: Lennart Schaefer: Ja, also erstmal muss ich nochmal sagen, ich glaube, was auch diese Bücher die dann im Klassenverbund gelesen werden, ausmacht ist ja diese gemeinsame Leseerfahrung.
00:11:04: Lennart Schaefer: Also wenn ich so daran denke, wenn ich Bücher gerne lese oder gelesen habe, dann haben die auch immer eine Verbindung zu irgendeiner Person. Also sei es jetzt eine Empfehlung von einer Buchhändlerin bei mir um die Ecke oder von einer Freundin einem Freund Oder wie von jemandem aus der Familie geschenkt bekommen oder wirklich ein Buch, was man gemeinschaftlich liest.
00:11:25: Lennart Schaefer: Oder jetzt durfte ich auch immer mal wieder Literaturveranstaltungen moderieren. Und wenn ich für so eine Veranstaltung ein Buch lese dann lese ich es natürlich direkt viel lieber, weil ich weiß, ich kann dann danach sogar mit der Autorin, mit dem Autor über das Buch sprechen. Ich glaube, das ist schon auch eine schöne Erfahrung, die SchülerInnen da machen können, wenn es dann ein gutes Buch ist und was tatsächlich eine Klasse gelesen hat, war dieses, was wir dachten was wir taten von Lea-Lina Oppermann das ist jetzt mittlerweile, ich habe eben gerade nachgeguckt, auch schon fast zehn Jahre alt, also 2017 erschienen, ich zähle es aber nochmal zu den moderneren Büchern weil es eben da ja auch um eine Schulklasse geht, die im Mittelpunkt steht.
00:12:06: Lennart Schaefer: Und das ist natürlich ein Buch, das dann spannend, gleichzeitig spielt diese Klassendynamik dann eine Rolle, also das lohnt sich dann im Unterricht sowohl für die LehrerInnen, weil es viele Themen bietet, aber für die SchülerInnen eben auch, weil es eben sehr, ja auch sehr jung geschrieben ist, ist ja auch eine junge Autorin.
00:12:23: Lennart Schaefer: Also das zum Beispiel, es werden in der Grundschule immer noch sehr viele Cornelia Funke Bücher gelesen, die jetzt vielleicht auch ein bisschen älter sind mittlerweile, aber trotzdem ja auch zeitlose Klassiker, kann man schon sagen. Ja, eben wirklich modern geblieben. Also das waren so Bücher die mir begegnet sind.
00:12:41: Lennart Schaefer: Ansonsten auch, was ich auch ganz interessant fand, war, dass in der Oberstufe schon Wirklich zum Großteil von denen, die lesen sehr viel Erwachsenenlektüre schon gelesen wird. Also der meistgelesene Autor war dann da schon Sebastian Fitzek in der 12. Klasse. Das fand ich auch interessant. Aber
00:13:01: Dr. Stefan: nicht als Schullektüre, sondern als
00:13:03: Lennart Schaefer: Privatlektüre Schullektüre, sondern privat, genau, das muss man trennen.
00:13:06: Lennart Schaefer: Und bei der Privat... Ach ne, Entschuldigung ich möchte nicht unterbrechen Ne
00:13:09: Mr. Ralf: das hätte mich jetzt gewundert, dass Fitzek schon in den
00:13:13: Lennart Schaefer: Schulkanon...
00:13:16: Mr. Ralf: Der Elterne-Abend war doch glaube ich
00:13:17: Dr. Stefan: jetzt nett. Fienn-Ole Heinrich ist schon im Kanon im Hamburger zumindest. Gibt es schon.
00:13:21: Lennart Schaefer: Ja, auch völlig zurecht. Das ist ja auch wieder Literatur die Spaß macht, glaube ich für die LehrerInnen aber auch für die SchülerInnen.
00:13:29: Dr. Stefan: Aber jetzt haben wir dich unterbrochen weil du wolltest, du hubst an.
00:13:33: Lennart Schaefer: Ja, was mir nämlich bei dieser Privatlektüre noch aufgefallen ist, ist, dass es da schon Trends gibt, die mir dann auch gestätigt wurden von BuchhändlerInnen, weil ich da nachgefragt habe. Also es gab ganz oft jetzt Bücher zum Film, also Anfang des Jahres oder im Frühjahr letzten Jahres lief dann Lilo und Stitch in den Kinos die Realverfilmung nach dem Animationsfilm und Dann kam das wieder in den Schulklassen als aktuelles Lieblingsbuch, Lilo und Stitch.
00:14:02: Lennart Schaefer: Dann kam Bibi und Tina, das Buch zum Film. Also das war wirklich ein Trend und da habe ich im Buchhandel nachgefragt und die haben gesagt, ja, im Kinderbuchbereich ist es wirklich ein großes Thema. Die Bücher zum Film mit diesen Fotos da drin noch, wohingegen das im Erwachsenenbuchbereich gar nicht mehr funktioniert Funktioniert so, also das ist kaum attraktiv.
00:14:21: Lennart Schaefer: Aber da funktioniert es. Und natürlich auch so was wie Fußballer die dann Buch schreiben. Also Thomas Müller, der Bücher geschrieben hat, die wurden als Lieblingsbuch genannt oder Bücher zu Computerspielen. Also wirklich diese diese Umwege zum Buch, die ich auch immer, immer so hoch gehalten habe, auch während der Tour, dass ich gesagt habe, wir müssen da irgendwie Anknüpfungspunkte finden.
00:14:42: Lennart Schaefer: Das wurde total bestätigt
00:14:45: Dr. Stefan: Also der Autor ist interessant und dann will ich mehr wissen.
00:14:49: Lennart Schaefer: Ja, also das Thema. Also wenn ich jetzt privat Fußball spiele und dann schreibe da mein Lieblingsfußballer Buch, dann interessiert mich das deswegen. Also
00:14:57: Mr. Ralf: es ist dann schon der Umweg. Also es ist ja nicht so, also Thomas Müller ist ja jetzt kein Literat, der Fußball spielt, sondern eher umgekehrt.
00:15:03: Mr. Ralf: Er ist ein Fußballer der einen Kumpel von Sportbild an der Seite hat, der ihm dann diese Texte schreibt. Wahrscheinlich sitzen die mal ein bisschen zusammen und er erzählt viel und dann Dabei erzählt ihr auch gerne.
00:15:16: Lennart Schaefer: Und
00:15:17: Mr. Ralf: schon hat man dann irgendwie auch so einen Anknüpfungspunkt. Und diese Bücher zu Computerspielen sind es dann diese Minecraft-Romane von Palut beispielsweise.
00:15:26: Lennart Schaefer: Ist das noch so?
00:15:34: Lennart Schaefer: Wahnsinn und das ist jetzt in meinem leben haben jetzt diese bücher von paluten keine wahnsinnig große rolle gespielt möchte ich sagen du bist
00:15:43: Dr. Stefan: nicht die zielgruppe offenbar gewesen
00:15:44: Lennart Schaefer: ist
00:15:45: Mr. Ralf: anscheinend auch nicht der minecraft spieler
00:15:47: Lennart Schaefer: näher auch nicht ja aber es ist eben aber man sieht dem ist es toll um diese leute zu erreichen und ich glaube Da ist eben auch Aufgabe der Schullektüre, da etwas flexibler zu sein.
00:15:58: Lennart Schaefer: Ich habe auch eine Lehrerin getroffen während der Tour, die hat glaube ich gar nicht die Schulklasse besucht, sondern sie war in einem anderen Zusammenhang und die ist eben zu mir gekommen und hat gesagt, sie macht das mit ihrer Schulklasse so, dass sie sagt, die machen Buchvorstellungen, da stellen die jeder ihr Lieblingsbuch vor.
00:16:12: Lennart Schaefer: Dann kommen die alle in eine große Kiste, die Kinder können sich das angucken und dann wählen die aus, welches von den Büchern sie zusammen lesen was dann natürlich Zwei große Vorteile hat. Erstens die Kinder hören zu bei diesen Buchvorstellungen, weil sie genau wissen, wir müssen aufpassen, weil das, was da jetzt rauskommt, das wird uns lange beschäftigen.
00:16:29: Lennart Schaefer: Und auf der anderen Seite wenn dann ein Buch ausgewählt ist, dann hat das direkt oder es ist direkt emotional aufgeladen, weil die Kinder wissen, ah, das ist das Lieblingsbuch von Anna oder von Fiete oder wem auch immer. Also hat Direkt eine ganz andere Bedeutung und das finde ich total clever und eigentlich kann man diesen eher Lese-Spaß-Ansatz ja auch in den höheren Klassenstufen verfolgen Ich glaube, das muss nicht in der Grundschule enden.
00:16:56: Mr. Ralf: Ich hätte auch immer ein bisschen Bedenken wenn jetzt die Lehrerin oder der Lehrer kommt und sagt, ich habe hier ein ganz tolles Buch gefunden von Paluten, da geht es um hier so ein Computerspiel. Ich glaube, da hat man auch so einen gewissen Rechtfertigungs So ein Defizit. Also man glaubt es der Lehrerin oder dem Lehrer auch nicht zwingend, dass das sein Steckenpferd ist, abends nach dem Korrigieren von Klassenarbeiten noch Minecraft zu spielen.
00:17:20: Mr. Ralf: Und ich glaube, das macht mehr Sinn, wenn das von der Zielgruppe oder von der Peergroup selber kommt und die selber sagen, boah, das ist gerade mein Lieblingsbuch Aber
00:17:28: Dr. Stefan: inzwischen hast du schon die Generation der Lehrer, der jungen Lehrer, die eben mit Minecraft groß geworden sind, hast du schon. Also das sind vielleicht so Vorteile.
00:17:37: Mr. Ralf: Muss man mal gucken, wie das umsetzt. Also ich bin ein bisschen skeptisch ob die aus Minecraft in die Schulen gewandert sind oder ob die nicht was anderes machen.
00:17:47: Lennart Schaefer: Aber
00:17:48: Mr. Ralf: ich
00:17:48: Lennart Schaefer: glaube, man kann ja eben das Thema Buch dadurch auch in eine andere Richtung mal denken. Also dass es nicht ist, die Lehrerin zeigt den Kindern...
00:17:58: Lennart Schaefer: Das hier ist die richtige Literatur so mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern auch mit einem Interesse den Schülern gegenüber treten und sagen, was lest ihr denn und erklärt mir das doch mal, weil ich habe gar keine Ahnung von Minecraft, aber ist doch interessant, dass euch das so interessiert. Oder zum Beispiel das Thema Anime wurde auch oft genannt Comics oder Naruto, wo ich auch gar keine Ahnung habe.
00:18:22: Lennart Schaefer: habe auch während der Tour viele Manga-Illustratoren getroffen, einen Bereich, den ich auch Vorher gar nicht kannte, gar keine Verbindung hatte, aber ja, der natürlich total interessant ist und ja, ich glaube, da kann man schon offener sein. Ich war auch beim Salon der grafischen Literatur in Berlin, wo es dann eben um Comicbuch geht und da haben die von der Stadt Berlin eine Studie vorgestellt In der rausgekommen ist, dass die Kinder unter den Top 3 Genres, die sie gerne lesen würden, Comics genannt haben und die LehrerInnen unter den unteren drei, die sie verwenden im Unterricht, Comics genannt haben.
00:19:01: Lennart Schaefer: Also da
00:19:01: Dr. Stefan: geht die Schere.
00:19:03: Lennart Schaefer: Große Diskrepanz. Aber
00:19:05: Dr. Stefan: Naruto-Lesen ist natürlich auch Lesen also ganz klar. Und es ist auch Literatur-Lesen. Es ist natürlich ein serielles Lesen Da sind wir wahrscheinlich bei Folge 200 noch was oder mehr. Ich weiß es gar nicht, aber das ist... Stadthaft und warum soll das schlechter sein?
00:19:22: Dr. Stefan: Also, ich sag mal, die ganzen Romans und New Adults Sachen sind auch nichts anderes. Wenn du es so hast auch ein serielles Lesen Kam
00:19:31: Mr. Ralf: das denn auch vor in den Oberstufen, dass da irgendjemand solche Literatur genannt hat? Was jetzt so meinst du
00:19:38: Lennart Schaefer: Genau, in den Oberstufen schon Romantasy, aber witzigerweise eben auch bei den jungen Frauen mehr Fizek als Romantasy.
00:19:46: Dr. Stefan: Okay. Hast du denn Unterschiede gemerkt, weil die Studie das auch nochmal berücksichtigt den Unterschied zwischen Haupt- und Realschulen und Gymnasien, weil bei den regelmäßigen Leserinnen ist es so, da gibt es an Haupt- und Realschulen 30% und einen kleineren Anteil und am Gymnasium mit 37% und der Anzahl der Anteil der Nichtleserinnen ist mit 23% höher als im Gymnasium mit 12%.
00:20:20: Dr. Stefan: Hast du da auch zwischen Lesen also den Schulformen und der Lesefreudigkeit einen
00:20:25: Lennart Schaefer: Unterschied
00:20:27: Dr. Stefan: gemerkt
00:20:28: Lennart Schaefer: Ja, tatsächlich nicht, weil ich hauptsächlich in Grundschulen war und dann in wenigen Gymnasien. Also nur Gymnasien okay. Genau, das ist natürlich nicht mein Ziel gewesen, aber ehrlicherweise habe ich mich natürlich auch danach gerichtet, wer fragt denn an.
00:20:45: Lennart Schaefer: So und da hat man eben schon einen Unterschied gemerkt und am Anfang war das auch echt ein Kampf, da in die Schulen zu kommen. Also ich habe auf Anfang die selbst angeschrieben, habe dann in einer Stadt oder in einer Gegend so 25 Schulen angeschrieben und da habe ich eine Antwort bekommen und da habe ich schnell gemerkt, das funktioniert so nicht, da überarbeite ich mich ja, wenn ich jetzt für jeden Schulbesuch so viel anschreibe und ja auch erstmal recherchieren muss und da habe ich glücklicherweise gemerkt Vom Börsenverein konnte ich in einen Newsletter zum Vorlesetag und konnte da erzählen, was ich was ich plane.
00:21:21: Lennart Schaefer: Und dann kamen sehr, sehr viele Anfragen und noch mehr, als ich dann bearbeiten konnte. Das war da wiederum auch schade. Aber ja, da fehlte dann einfach die Zeit und man hat sich in die Route gepasst, dann natürlich mit Sommerferien Also dass das gepasst hat, war auch natürlich eine Herausforderung
00:21:39: Mr. Ralf: Das heißt, du hast es dann ja vor allem auch sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die das vor Ort wollten, dass du da vorbeikommst und die natürlich dann auch da schon eine größere Affinität zum Thema Bücher Literatur Vermittlung, mal jemanden einladen der den Schülerinnen und Schülern was erzählt, mitbringt.
00:21:57: Mr. Ralf: Also hast du da, ist das dann so eine grundsätzlich positive Erfahrung, die du dann in den Schulen gemacht hast? Ja
00:22:03: Lennart Schaefer: Ja, also ehrlicherweise muss ich sagen, eher nicht. Also mich hat das dann teilweise auch überrascht weil ich dann dachte, oh Mann, das sind jetzt ja die, die mich eingeladen haben Wie sieht das bei denen aus, die mich nicht eingeladen haben?
00:22:18: Lennart Schaefer: Man muss auch sagen, es gab natürlich auch welche, die wirklich toll waren und die... Da einen frischen Unterricht machen und glaube ich auch die Kinder motivieren zum Lesen die sich darum kümmern dass da eine Schulbibliothek gibt mit aktuellen Büchern, also die gibt es auch. Aber es gibt eben auch welche, die wirklich überfordert sind mit der Masse SchülerInnen aber auch Ja, mit den sozialen Veränderungen.
00:22:41: Lennart Schaefer: Also einer deren hat mir gesagt, ich habe hier 30 Kinder in der Klasse, davon haben fünf sehr besondere Bedürfnisse, weil eine ADHS hat, der andere ist Autist und wir sind irgendwie gar nicht richtig geschult und wissen gar nicht, wie wir damit umgehen sollen. Dann natürlich Kinder mit Migrationshintergrund, wie man die integriert wenn sie eben noch nicht so gut Deutsch lesen können.
00:23:02: Lennart Schaefer: Und sprechen auch teilweise nicht. Also Dirk sagt, wir sind einfach überfordert es gibt nicht genug Sozialarbeiter und wir werden nicht geschult Und dann hatte ich eine Klasse die wirklich eine erste Klasse das war ganz witzig weil es an einer Schule war und eine erste Klasse war ruhig und aufmerksam mit einer sehr engagierten Lehrerin und eine andere erste Klasse da gab es totales Chaos mit einer Lehrerin die...
00:23:28: Lennart Schaefer: Ja, schon völlig aufgegeben hatte, die am Ende der Stunde zu mir kamen und während die Kinder noch in der Klasse waren, sagte, ja da muss man sich auch nicht wundern dass meine Kinder keine Kinder haben wollen. So, und ja, da, ja, weiß man da auch manchmal nicht weiter. Ich musste mich da auch ein bisschen bremsen und sagen, na gut, das ist, Jetzt nicht so, dass die Lehrerin da schuld ist, sondern das ist einfach dieses System, dass man daran, glaube ich irgendwann resigniert.
00:24:00: Lennart Schaefer: Und ich glaube, die Lösung ist einfach Milliarden in diesen Bereich, in Bildung in Schule, in Leseförderung stecken um da... Leute hinzubekommen kleine Klassen zu machen und besondere Angebote zu schaffen, da wundert es mich, dass das nicht passiert.
00:24:19: Mr. Ralf: Also die Bedürfnisse die da sind, sind leider von denen, die jetzt im System stecken nicht so zu befriedigen damit es für alle ein gutes Auskommen und ein Ziel gibt.
00:24:31: Mr. Ralf: Scheint es ja so zu sein. Ja, aber das ist ja auch Erfahrung Ja
00:24:35: Lennart Schaefer: hat man gar keinen Raum, irgendwie sich neue Sachen auszudenken, wenn man sowieso die ganze Zeit versucht, mit dem, was gerade da ist, so einigermaßen zurechtzukommen. Und dann ist jetzt nicht der Moment, wo man sich abends noch zu Hause hinsetzt als Lehrerin und sagt, jetzt überlege ich mir nochmal, wie ich auf kreative Art die Kinder zum Lesen bekomme.
00:24:56: Dr. Stefan: Hast du in deinen Gesprächen mit den älteren Schülerinnen und Schülern Haben auch so was erfahren sozusagen dass es schwer ist bei der stange zu bleiben beim lesen also dass es im verlauf mit mit jedem Und Altersjahr mehr sozusagen schwieriger wird aufgrund der vielen Angebote die es drumherum gibt.
00:25:23: Dr. Stefan: Wir haben auch in der Studie ja Smartphone-Nutzung die bei viereinhalb Stunden liegt. Es gibt wahnsinnig viele von Netflix bis, es gibt ja ganz viele Angebote drumherum Das ist also... Praktisch von einer steilen Leserkarriere auch zu einer Nichtleserkarriere oder Karriere ist schon das falsche Wort, aber dass man sozusagen versanden kann, dass wer als 13-Jähriger noch der tolle Literat ist, quasi ist es dann mit 19 nicht mehr.
00:25:54: Dr. Stefan: Ich weiß nicht, wie deine Beobachtungen eventuell
00:26:10: Lennart Schaefer: Ja, ihnen die Motivation fehlt. Das ist aber auch was, was ich während der gesamten Tour auch von Erwachsenen gehört habe. Also wenn ich mit denen ins Gespräch gekommen bin und die gefragt haben, was ist denn das für ein Lastenrad, was hat es damit auf sich, dann... Dann kam das auch schon oft als Antwort, dass sie gesagt haben, ich würde eigentlich gerne mehr lesen aber habe gar nicht die Zeit dazu oder gar nicht die Ruhe dazu.
00:26:35: Lennart Schaefer: Und das ist natürlich, wenn es dann in Richtung Abitur geht und Studium und so weiter dann verschieben sich da auch die Prioritäten, sage ich mal
00:26:47: Dr. Stefan: Aber auf diese Frage hast du ja eine Antwort, nehme ich an. Also ich habe ja gar nicht die Zeit zum Lesen die Muße die Ruhe fehlt mir. Was entgegnest du denen?
00:26:57: Lennart Schaefer: Ja, ich sage da natürlich immer genau, diese Ruhe bietet ja das Lesen und bringt das Lesen und das funktioniert auch schon als Argument Ich glaube eben, es braucht dann diesen zusätzlichen Anstupser der dann eben eine menschliche Verbindung ist. Also wirklich, man liest es gemeinsam ein Buch und wenn es dann eben nicht im Klassenverbund ist.
00:27:17: Lennart Schaefer: Dann kann es ja auch ein Lesekreis sein z.B. oder gemeinsames Lesen in so einem Silent Reading Club, dass man sagt, ich will lesen und ich begebe mich jetzt einfach an einen Ort, wo alle gemeinsam lesen aber gar nicht durch diesen sozialen Druck in die Verlegenheit kommt, da sein Handy rauszuholen. Also ich glaube, so was ist auf jeden Fall eine Lösung.
00:27:39: Lennart Schaefer: Und was mir natürlich auch viele erzählen ist, dass es leichter fällt, Wieder zum Buch zu greifen, wenn man als Kind schon gelesen hat. Also dass tatsächlich die, die jetzt als Kind schon gar nicht gelesen haben, dass die kaum zu reaktivieren oder aktivieren sind, nochmal zum Buch zu greifen, dann mit 30, 40.
00:28:01: Lennart Schaefer: Aber wenn es so eine Grundbegeisterung gab, dann kann man die auch wieder wecken, auch wenn es ein kleines Pubertätstief gab.
00:28:08: Dr. Stefan: Also das Zeitfenster ist irgendwann dann mal geschlossen Während das wieder aktiviert werden kann, wenn es da, das ist ähnlich wie beim Schwimmen oder beim Radfahren, was man nicht verlernt vielleicht, wo man sagt, auch wenn man 20 Jahre nicht gemacht hat, irgendwie geht das dann wieder.
00:28:24: Dr. Stefan: Was mich gerade noch ganz zum Schluss interessieren würde, kam ja eben gerade in den Sinn, E-Books, hat das eigentlich eine Rolle gespielt, ist das erwähnt worden oder war es eher das papierende Buch?
00:28:35: Lennart Schaefer: Also tatsächlich hat das kaum eine Rolle gespielt, ich habe da jetzt auch nicht aktiv nachgefragt, aber ich finde das auch ganz interessant in der Studie dass man da auch sieht, dass eben kaum digital gelesen wird im Vergleich zum gedruckten Buch und das ist ja auch das, was Ja was ich immer glaube, also ich war da schon von Anfang an skeptisch als es ums digitale Lesen geht, weil man sagen muss, okay, diesen E-Reader sich anschaffen, das ist erstmal nochmal eine Investition, relativ hohe gerade wenn man das jetzt vergleicht mit Buchpreisen, ab wann lohnt es sich sozusagen, erst wie viele Bücher muss man kaufen, damit sich diese Investition in den E-Reader lohnt und auf der anderen Seite wenn man sagt, okay man kann auch auf dem iPad lesen oder auf dem Handy, Dann muss man sich immer fragen, was ist da die Konkurrenz?
00:29:21: Lennart Schaefer: Und es ist natürlich immer ein größerer emotionaler Wert, wenn es persönliche Nachrichten sind auf WhatsApp, was ja auch vorne in der Mediennutzung ist, oder bei Instagram von Leuten, mit denen man irgendeine parasoziale Beziehung hat. Das macht viel süchtiger, als es ein Buch machen könnte.
00:29:42: Dr. Stefan: Also interessant ist bei der Studie bei der JIM-Studie dass der Der kleine Teil der Jugendlichen, die E-Books lesen also dass das zurückgegangen ist, das waren 38 Prozent 2024 und letztes Jahr eben nur noch 34 Prozent und zwei Drittel von den Befragten haben angegeben, dass sie nie diese Form von Büchern lesen Also,
00:30:05: Lennart Schaefer: zumindest
00:30:07: Dr. Stefan: interessant.
00:30:08: Dr. Stefan: Naja, wir haben jetzt ganz viel von dir erfahren und fast ist es ein schönes Schlusswort von dir gewesen, fand ich mit der, ich habe ja keine Zeit zum Lesen wann soll ich das machen, dass man beim Lesen eigentlich auch Zeit geschenkt bekommt und Da musst
00:30:27: Mr. Ralf: du dich schon auch ein bisschen
00:30:28: Dr. Stefan: erarbeiten und
00:30:29: Mr. Ralf: nehmen.
00:30:30: Mr. Ralf: Ja
00:30:30: Dr. Stefan: gut,
00:30:31: Lennart Schaefer: aber wir wissen auch, dass die Jugendlichen vier Stunden am Tag am Handy sind. Da kann man ja
00:30:36: Dr. Stefan: eine
00:30:36: Lennart Schaefer: halbe Stunde gut mal abzwacken.
00:30:38: Dr. Stefan: Das stimmt. Und mir schiebt sich gerade ein schöner Satz den mir Heidi Oettinger mal gesagt hat, die große Verlegerin aus Hamburg, die sagte, man weiß doch, wenn man liest hat man immer mehrere Leben.
00:30:52: Dr. Stefan: Und das ist ja, weil man taucht in andere Leben ein und liest in Büchern sich fest und hat immer Lebensläufe, in die man eintaucht, auch beim seriellen Lesen Und man hat immer mehrere Leben, in die man sich einliest. Das
00:31:10: Mr. Ralf: ist doch ein schönes Schlusswort.
00:31:12: Dr. Stefan: Dann vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, Lennart, und von deinen Erlebnissen auf der Literatur Zu berichten.
00:31:22: Mr. Ralf: Und ich glaube wir haben ja auch den ein oder anderen Hinweis bekommen, wie man denn diesen Brückenschlag hin zum Buch schaffen kann.
00:31:30: Dr. Stefan: Vielen Dank.
00:31:31: Lennart Schaefer: Genau. Thomas Müller muss noch mal ran.
00:31:33: Dr. Stefan: Genau.
00:31:36: Lennart Schaefer: Jo, danke.