Kinderbuchpraxis

Kinderbuchpraxis

Kinderbuch und Jugendbuch - wir behandeln alle Themen.

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Nina Grünberger: Die Kinderbuchpraxis. Hier behandeln Dr. Stefan und Mr. Ralf Themen rund ums Kinder- und Jugendbuch. Sie sprechen über aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt oder über Bücher. Und zwar jeden zweiten Freitag. Mr. Ralf, das ist Ralf Schweikart. Dr. Stefan, das ist Dr. Stefan Haug. Intro: Kann ein Jugendbuchverlag zur Marke werden? Und wenn ja, wie? Und was macht eine starke Marke eigentlich aus? Darüber diskutieren Dr. Stefan und Mr. Ralf mit Nina Grünberger, Geschäftsführerin des Nord-Süd-Verlags, der für seine starken Bilderbücher bekannt ist. Und damit Tür auf zur Kinderbuchpraxis. Dr. Stefan: Ja, dann herzlich willkommen Nina Grünberger. Mr. Ralf: Ja, Co-Geschäftsführerin, ist das korrekt so, von Nord-Süd? Dr. Stefan: Ja, Nord-Süd-Verlag in Zürich ansässig Ja Nina Grünberger: genau. Hallo, willkommen, danke für die Einladung.

Dr. Stefan Hallo. Gerne. Es geht um das Thema Marken: Wir wollen uns heute einer Fragestellung widmen, wie oder ob überhaupt, vielleicht gar nicht wie, sondern ich würde mich erstmal fragen, ob ein Verlag tatsächlich durchschlagend zu einer Marke wie Tesa Nivea, Uhu, das ist vielleicht die Latte hoch gesetzt, Odol werden kann. Mr. Ralf: Und ja... Dann auch die verschiedenen Stufen eine Marke die ja gegenüber dem Buchhandel als Marke auftritt oder dann, sage ich mal, die Königsdisziplin. Dr. Stefan: Beim Endkunden Mr. Ralf: Beim Endkunden, beim Käufer bei der Käuferin die sagt, das Buch aus dem Verlag gibt es da was Neues und nicht mehr wie jetzt, wo wir, oder so allgemein wo wir sagen, der neue Fizek, ist der schon da? Aber Dr. Stefan: frag mal, in welchem Verlag der FITSEC erscheint. Mr. Ralf: Das

Dr. Stefan weiß ich jetzt nicht. Also da fängt es schon glaube ich an. Nach meiner Erinnerung ist es so, es gab vor, aber das ist auch schon ein paar Jahre her, gab es eine Untersuchung Entkundenuntersuchung und allein vom: Erscheinungsbild, das ist ja nochmal… Eine Stufe drunter sozusagen, aber immerhin beim Erscheinungsbild. Und da gab es bei Büchern eigentlich nur zwei Verlage. Das eine war Diogenes mit dem Weiß weil es immer gleich aussieht Und bei Wagenbach diese schmale Salto-Reihe, die in rotes Leinen gebunden ist und tatsächlich aus jedem Buchregal weil sie so schmal ist, raussticht. Und ich kann mich an frühere Zeiten noch erinnern bei DTV. Celestino Piatti, der das gestaltet hat. Der ist auch ein Schweizer oder? ist es, Nina Grünberger: ja, Dr. Stefan: ja Nina Grünberger: doch. Ja, Dr. Stefan: ist es, genau. Celestino Piatti, der also legendär war. Und bei Diogenes war es übrigens auch mal Tommi Ungerer. Der hat auch eine Zeit lang alle Taschenbücher gemacht, glaube ich. Die kannte man auch sofort wieder.

Mr. Ralf Also wir haben schon wahnsinnig viel über Marke und über Verlage und über Erscheinungsbild, CD gesprochen. Ja Und: ja, du bist bei Nord-Süd aber nicht nur das, du machst auch Fortbildungen oder Seminare und da geht es eben auch um Markenaufbau und Strategie Und dann ist es natürlich besonders spannend zu hören, wie du das als Verlegerin für zum Beispiel Nord-Süd siehst oder auch Norddeutschland Mit dem Blick auf andere Kinder- und Jugendmensch-Verlage. Nina Grünberger: Also ihr habt völlig recht, das ist ein ganz entspannendes Thema und ich glaube, deswegen fasziniert mich das auch so. Und die Beispiele Stefan, die du gerade gebracht hast, die DTV-Cover von Piatti oder die Diogenes-Cover, die immer einheitlich daherkommen. Es gibt ja auch inzwischen andere Verlage, die das so handhaben Kein und Aber beispielsweise mit dem Farbschnitt.

Das ist Marke. Also das ist natürlich noch ein Teil von Marke. Das ist das Packaging Genau Wo quasi durch die Covergestaltung, durch die Produktgestaltung für Wiedererkennung gesorgt wird, für Inszenierung natürlich auch. Und das ist nur ein kleiner Bruchteil, wo Marke in Gestalt tritt aber: definitiv ein sehr wichtiger. Und um eure Eingangsfrage zu beantworten selbstverständlich können auch Verlage zur Marke werden. Weil Marke ist ja im Grunde Alles, was man als Endkunde an Merkmalen oder Eigenschaften mit einem Produkt, aber auch mit einem Unternehmen in Verbindung bringt. Und die Beispiele die ihr gerade gegeben habt, sind eigentlich der beste Beweis dafür, dass das auch für Verlage gelingen kann. Dr. Stefan: Aber da bin ich mir jetzt gar nicht sicher. Also ich glaube, zum Beispiel jetzt, wenn wir Diogenes und Wagenbach jetzt nehmen... Ob man da das sofort mit allen Inhalten in Verbindung bringt? Also ich glaube, es ist ein bisschen anders wie bei Brockhaus. Wenn man früher gesagt hat, ja, der Brockhaus, da wusste man, aha, da war sofort sozusagen die Welt zwischen diesen mehreren Bänden Da war alles enzyklopädisch drin. Da war klar, was einen erwartet. Ist

Mr. Ralf natürlich bei einem Sachbuch oder bei einem... Bei einem: Nachschlagewerk, bei einem Lexikon Dr. Stefan: Einheit und Form, also irgendwie so. Und vielleicht noch Langenscheid, wenn man so sagt. Da ist es auch, da hat man das Wörterbuch. Aber bei Belletristik finde ich es schwieriger oder? Ja Nina Grünberger: interessant, dass du das als Beispiel nimmst, weil man weiß dann inhaltlich was einen erwartet. Du hast jetzt irgendwie Langenscheid und so weiter genannt. Aber es kann ja auch ein bisschen übergeordneter sein. Also man weiß, was einen an Qualität erwartet. Selbst wenn man jetzt irgendwie mit einem... Mit einem Autor oder einer Autorin konfrontiert ist, die man so noch nicht kennt, wenn man weiß, bisher haben mir die Diogenes-Bücher immer ganz gut gefallen oder ich weiß, Diogenes steht für Qualität, dann lässt man sich auch auf was Neues ein. Und das ist eigentlich genau das, was Marke kann. Dr. Stefan: Gibt es da ein Beispiel sozusagen, wo man sagt, das hat durchschlagend funktioniert? Nina Grünberger: Das hat durchschlagend... Dr. Stefan: Seit 100... Nina Grünberger: Also

Dr. Stefan ich überlege gerade, wo man das... Also wo du sagst da ist sozusagen die Gattung verbindet: man Nina Grünberger: damit Also fällt mir jetzt ein Beispiel ad hoc ein, das aber sich nicht in der Buchbranche, sondern außerhalb gespielt hat. Aber ich meine, Apple ist da ein wunderbares Beispiel. Apple ist bekannt geworden mit Computern und hat dann die Smartphones entwickelt. Und davor waren es ja noch die iPads äh nein, Blödsinn, die Smartphones Ähm, äh genau so ist es, genau. Und da wusste man natürlich auch nicht, auf was man sich einlässt als Kunde, aber man hat gewusst, Apple steht dafür, Dinge neu zu denken, Apple steht für Qualität, Apple steht für Design und man hat sich da als Kunde drauf eingelassen. Und das ist genau, womit Marken spielen, dass selbst wenn man vielleicht neuen Produkten begegnet oder neuen Künstlern oder neuen Themen, dass man sich drauf einlässt. Und das macht man natürlich nicht einfach so, das macht man weil man zu dieser Marke Vertrauen hat und im Idealfall zu diesem Unternehmen und diesem Verlagshaus.

Dr. Stefan Da gibt es natürlich in der Buchbranche, gibt es: glaube ich schon auch ein Beispiel. Ihr kennt, wenn ich jetzt euch so, ich habe es jetzt leider nicht da, aber wenn ich so ein kleines so formatiges gelbes Heftchen hätte, da weiß man immer, dass Literatur sozusagen drin ist und Ich glaube, man hat auch so den Eindruck, also wer es in diesem Kanon sage ich mal schafft, der ist irgendwie, naja, ich weiß nicht, Weltliteratur ist das schon zu groß, aber der ist schon mal ziemlich oben. Also wenn der es geschafft hat, in diese gelbe Reihe Reklams Universalbibliothek aufgenommen zu werden. Also das wäre so ein Beispiel, wo seit über 100 Jahren... Es funktioniert. Das Gelb hat übrigens changiert im Laufe der Jahrzehnte immer mal, aber das wäre so ein Beispiel. Nina Grünberger: Das ist ja auch… Mr. Ralf: Aber es ist ja doch auch speziell.

Nina Grünberger Also das funktioniert natürlich unter der Klammer Klassiker. Also das ist ja auch der Claim mit dem Reklam: geht. Wir machen Klassiker. Also man weiß, man erwartet da jetzt Klassiker-Literatur oder die bekommt man. Und das finde ich auch sehr schön, dass Reklam ist ein sehr gutes Beispiel, wo eine sehr, sehr starke Marke ist und wo man weiß, was man bekommt. Übrigens ein Beispiel, weil der Ralf vorhin schon gesagt hat, ich gebe auch da Kurse dazu. Ich habe beim Schweizer Branchenverband im Herbst ein... Weiterbildung gegeben zum Thema Marke in der Buchbranche und ich mache dann immer ganz gerne mit den Teilnehmenden so ein kleines Gedankenspiel und zwar die Marke kommt zur Tür herein, also quasi eine Marke zu personifizieren und ich habe sie gebeten dass sie sich ein Verlagshaus aussuchen sollen, das sie dann beschreiben.

Und da gebe ich dann immer so Dinge vor, wie beispielsweise, wie tritt diese Marke auf, wenn sie jetzt eine Person wäre, wie sieht sie aus, wie bewegt sie sich, wo lebt sie, wie bewegt sie sich fort, was macht sie in ihrer: Freizeit. Und ich habe die Teilnehmenden gebeten dass sie uns vorab nicht verraten sollen, welchen Verlag sie sich aussuchen. Und sie haben dann vorgelesen ihre Beschreibung und wir haben dann erraten um welchen Verlag es sich handelt. Und es waren zwei tatsächlich dabei, die sich Reklamen ausgesucht haben und das haben alle sofort diese Person, die da beschrieben wurde, als den Reklamenverlag identifiziert. Jetzt Mr. Ralf: würde mich natürlich wahnsinnig interessieren wie diese Person sich dann beschrieben hat. Wie sah die denn aus? Nina Grünberger: Naja, wie würdest du sie denn Mr. Ralf: beschreiben Nina Grünberger: Ralf? Mr. Ralf: Klassisch im Zweier. Dr. Stefan: Klassischer Zweier Mr. Ralf: Klassischer Zweier. Ne, Dr. Stefan: gelber Ölmantel Mr. Ralf: Höchstens 1,50 groß. Ja Ja, hat irgendwie so einen schwarzen Spalken auf der Brust auf seinem gelben T-Shirt. Dr. Stefan: Also klassisch oder distinguiert oder wie haben die sich beschrieben? Also es

Nina Grünberger war ein älterer Herr meistens mit einer Lesebrille und so einem Tweetsacko. Der sich für Klassiker interessiert hat,: der eine große Bibliothek hat, einen Lederohrensessel, in dem er da schmückert und sitzt und da war man dann schnell bei Reklam. Dr. Stefan: Ich hätte mir auch vorstellen können, über die Schulklassenlektüre sozusagen zu kommen. Das wäre dann die Jungen, die halt sozusagen, also ich glaube die Bekanntheit hat Reklam dadurch erlangt, dass halt wirklich Generationen damit irgendwie schon in Berührung gekommen sind. Das ist ja, glaube ich, die große Kunst. Du kannst ja nur dann Macht gewähren, wenn du, jetzt hätte ich gesagt zwangsweise, aber wenn du einmal damit auch konfrontiert wirst, ohne dass du selber jetzt...

Wenn du in den Buchladen gehst ich weiß nicht, ob du sofort mit einem Reklamheftchen rauskommen würdest, aber wenn du einmal damit konfrontiert bist und das mehrmals und dann heißt es zu Hause, sagt dann, was weiß ich, die Mutter und auch die Großmutter, das hatte ich auch schon oder sowas, dann weiß man, oh, da ist es irgendwas, was offenbar schon lange: gibt. Also ich glaube, das ist ja diese Gnade der langen Überlieferung. , Mr. Ralf: aber Reklam ist halt doch, ich finde es halt... Auch wieder nicht so ganz eindeutig weil ja, Reklam ist das Gelbe der Klassiker, also alles, was in dieser Form erscheint, ist dann durch diesen Reklamstempel auch zum Klassiker geworden, also Janosch gibt es da ja irgendwie auch schon. Ja, Robert Gernhardt. Die jetzt, sag ich mal, eher gegen andere Bücher stehen und wo ja dann diese sichtbare Zuordnung zu Reklamen erstmal nicht da ist, sondern Die Dr. Stefan: Frage ist, wo ist beim Endkunden? Was hat der Endkunde abgespeichert würde ich mich fragen? Also hat er das kleine Gelbe abgespeichert oder hat er diesen großen Kosmos was Reklam ja tatsächlich hat und Genau,

Nina Grünberger das ist ja dieser interessante: Spagat. Also man assoziiert mit Reklam das, womit man wahrscheinlich als erstes Mal mit Reklam in Berührung gekommen ist und das war die Schulliteratur, aber Reklam ist natürlich noch ganz viel mehr. Aber wichtig, glaube ich am Ende ist einfach, dass man mit Reklam Qualität assoziiert. Und das ist wichtig. Also Dr. Stefan: wer es geschafft hat, sozusagen der Schriftsteller, der es geschafft hat, dort zu landen der ist quasi im kleinen Olympus. Mr. Ralf: Ja, Dr. Stefan: ist schon so. Wer dann auch noch den Mr. Ralf: blauen Band mit den Materialien dazu hat, also der ist dann quasi… Dr. Stefan: Zweisprachig die violette oder magenta, ich weiß gar nicht. Gab es da auch bei den Kursen die du gehabt hast, hatte da auch einzelne Teilnehmer vielleicht Kinderbuchverlage genannt? Nina Grünberger: Ja, das war tatsächlich auch. Einer hat Nord-Süd beschrieben, was ich recht lustig fand, weil ich eigentlich davon ausgegangen bin. Da ist Dr. Stefan: keiner drauf gekommen, sagst du. Das sind doch nicht wir. Das

Nina Grünberger sind doch nicht wir, genau.: Aber das ist natürlich auch etwas, was ich sehr schön finde, weil Nord-Süd ist ja auch ein sehr traditionsreicher Verlag über 60 Jahre alt. Und das ist auch ein Merkmal tatsächlich, das Marken mitbringen. Marken... Brauchen eine gewisse Zeit, um zu entstehen. Das heißt, das waren jetzt alles eher Verlage die beschrieben wurden, die es schon recht lang gibt, weil Marke entsteht nicht über Nacht und von heute auf morgen, sondern Marke braucht Zeit. Dr. Stefan: Ich überlege jetzt nochmal bei der Optik weil wir eben das Reklamgelb hatten und davor waren wir bei den Covern im Kinder- und Jugendbuchbereich. Also ad hoc würden mir zwei einfallen. Das eine ist das Ravensburger Dreieck sozusagen, das teilweise dezent, teilweise stärker, manchmal auch gar nicht, je nachdem wie man es haben will, eingesetzt wird.

Das könnte man, aber es gibt es auch bei Spielen sozusagen dieses Dreieck. Und dieses bei: Belz und Gelberg, dieses Orange, was auch Mr. Ralf: nicht mehr die Dr. Stefan: große Mr. Ralf: Rolle spielt, weil in früheren Büchern waren ja auch die Hardcover noch, da waren ja durchaus noch diese orangenen Elemente drauf mittlerweile. Hat man die jetzt gar nicht mehr so intensiv Dr. Stefan: Ist aber auch so ein 70er-Jahr-Gelb finde ich, eher orange. Also hatte damals, glaube ich, war das sehr hip. Und inzwischen ist der Farbton, da kann jetzt keiner was dafür. Nina Grünberger: Ja, es sind interessante Beispiele. Also beispielsweise auch das Ravensburger Blaue das blaue Dreieck auch das steht ja für Qualität Und was ich ganz spannend finde, ist dass Ravensburger das natürlich bei den edukativen Produkten sehr stark einsetzt.

Da, wo sie jetzt beispielsweise auch im Young Adult Bereich sind, da halten sie mit diesem, genau, genau, halten sie das zurück und gehen einfach mit dem Schriftzug. Und die Dinge, die ihr jetzt beschreibt, das ist natürlich ein ganz wichtiger Teil von Marke aber natürlich auch nur einer. Das ist: die Bildmarke und die Wortmarke und die Farbwahl Was mir jetzt noch einfällt als Beispiel wäre auch ganz klassisch und legendär das Pixie-Buch, diese 10x10cm, wo wir Marke quasi in einer gewissen Form transportieren. Also jetzt nicht über eine Farbe sondern über eine Form. Es sind immer 10x10cm, es sind immer 24 Seiten und ich glaube, wenn man das vorgelegt bekommen würde und sagt, um welches Buch handelt es sich und selbst wenn vorne nicht Pixie draufsteht könnte jeder sagen, das ist Pixie Dr. Stefan: Das ist ähnlich wie bei Reklam sozusagen. Da kannst du auch ein Blanketbook haben sozusagen, leicht labberig. Es gibt diese Notizhefte, die sind ja völlig leer, aber du siehst es von hinten und weißt schon, was eigentlich, denkst hoch, wieso ist das leer und dann fällt es dir auf, es ist ein Blanketbook. Ja, das stimmt. Aber wie kann denn jetzt ein Verlag, ein Kinderbuchverlag, wie kann er denn zur Marke werden?

Also wenn er vorhat, lange, lange am Markt zu sein und ihn gibt es schon 50 Jahre: und er sagt, jetzt machen wir mal was, damit wir in den nächsten 50 Jahren so wie Reklam oder sowas weil es einfach zu einer festen Marke wird. Auf was muss er sich einlassen? Wozu muss er vielleicht bereit sein? Wie kann er vorgehen strategisch Nina Grünberger: Ja also ich glaube, wenn man sich mal einig ist, dass Marke ein ganz großer strategischer Vorteil ist, dann stellt sich natürlich die Frage, wie baut man eine Marke auf? Und es gibt ja diesen schönen Satz von Simon Sinek, people don't buy what you do, they buy why you do it. Also Leute kaufen nicht das Produkt, sondern das Warum. Und Simon Sinek hat auch den Golden Circle begründet Das ist ein Modell aus Marketing, das sagt, erfolgreiche Marken können immer erklären, warum es sie gibt und warum sie etwas tun.

Also sie können ihre Motivation erklären, sie können ihren Sinn und ihren Purpose beschreiben. Und ich glaube, das ist das,: womit man starten sollte, dass man in wenigen Sätzen auf den Punkt bringen kann, warum es einen gibt. Und ohne dieses Warum macht es eigentlich gar keinen Sinn zu starten weil das Was und das Wie, das in diesem Golden Circle quasi auch beschrieben wird, also im Kern steht das Warum und dann gibt es drumherum Eine Scheibe, das Wie und dann noch einmal ein Drumherum das Was und damit beschäftigen sich sehr viele Unternehmen. Also sehr viele Kinderbuchverlage sagen, wir machen Kinderbücher und sie sagen vielleicht auch noch, wie sie sie machen, aber warum sie diese Kinderbücher machen, was sie mit diesen Büchern erreichen wollen, das ist eigentlich das, was sie dann von den anderen unterscheidet und was im Grunde der Markenkern ist.

Mr. Ralf Ja, bei Diogenes ist es ja so, da gibt es, ich weiß nicht, ob der noch gilt, aber zumindest habe ich den mal gefunden beim Suchen diesen Satz, Diogenes Bücher sind weniger langweilig. Das ist ja im Grunde der Versuch so ein bisschen: einen, ja, Also eine Art Mission Statement für Diogenes zu formulieren. In diesem Satz soll sich das so konzentrieren und in meiner kleinen Verlagsgeschichte in meiner persönlichen, bei Rowold gab es damals die Aussage von Nikolaus Hansen, Rowold ist die Speerspitze des Mainstream. Ja Nina Grünberger: erinnere mich, ja. Mr. Ralf: Fanden manche Lektorinnen und Lektoren komisch und nicht passend. Ich glaube, da steckt aber trotzdem eine ganze Menge drin, weil es hat einfach den Verlag wo positioniert. Also so ähnlich wie jetzt Diogenes sagt, wir sind eigentlich die, die unterhaltsamere Bücher machen als die langweiligen anderen Verlage.

Weil jetzt auch das in dieser Bandbreite des Verlegens eine Positionierung an einer bestimmten Stelle, wo man sagt, Wir wollen viele Bücher verkaufen, wir wollen aber trotzdem ganz vorne sein und nicht so Massenzeug machen. Also es gibt aus diesem Feld, wo man sich bewegt als Verlag dann doch eine Platzierung eine Verortung an einer Stelle,: wo man sich wohlfühlt und wo man glaubt dann auch diese Marke aufbauen zu können. Und das ist, glaube ich schon schwierig für viele Verlage, insbesondere wenn man sich dann auch nachher anguckt dass ja Illustratorinnen und Illustratoren in sieben verschiedenen Verlagen sind Titelillustration machen. Also dass allein die Titel ja, wenn man den Verlagsnamen abdeckt, schon erstmal gleich aussehen oder vom Stil her eher die Illustratorin, den Illustrator repräsentieren als den Verlag. Und dann muss man ja schon viel, viel tiefer gehen, um rauszufinden, warum ist das eine Buch denn jetzt dort erschienen und das andere Buch über einem anderen Verlag Was genau ist dieses Why dieser Verlage? Und ich glaube, das ist eine ganz große Herausforderung die man irgendwie erarbeiten und definieren muss und die sehr, sehr viel Arbeit mit sich bringt. Und habt ihr das für euch klar und sauber definiert was das bei Nord-Süd ist?

Nina Grünberger Also das Schöne ist, dass Nord-Süd vor über 60: Jahren von Brigitte und Dimitri Sigtianski gegründet wurde. Also es waren ja zwei Eigentümer die das damals, ein Ehepaar das gegründet hat im Zürcher Oberland, quasi aus ihrem Wohnzimmer heraus. Und die hatten ein ganz starkes Why, die hatten ein ganz starkes Warum. Die wollten Bücher machen. Für Kinder, Bilderbücher, die anders waren als das, was sie damals am Markt in den 60ern vorgefunden haben. Ich meine, das erste Buch des Verlags war Der Clown sagte Nein. Das ist auch eine ganz starke Geschichte, die es auch inzwischen schon mehrfach wieder im Verlag das Programm Maschinen ist, neu illustriert wurde. Und die diese Verlags-DNA eigentlich ganz gut zusammengefasst hat, Dinge... Anders machen, anders denken. Und sie wollten, und das spiegelt sich auch im Verlagsnamen wieder, Nord-Süd, Bücher machen für Kinder von Nord bis Süd über alle Kulturen hinweg Und sie aber auch mit hochwertig illustrierten Bilderbüchern quasi für sie machen.

00:21:00: Also sie wollten... Kindern Zugang zu hochwertiger Illustration verschaffen. Und dieses Why hat sich seit der Verlagsgründung eigentlich durchgezogen und durchgetragen. Wir haben beim Verlagsjubiläum zum 60. Verlagsjubiläum haben wir ja auch eine Kampagne gemacht, wo wir die Bilderbuchbande ins Leben gerufen haben. Und ich habe damals, war ich nicht angestellt beim Verlag Ich war damals in einer Markenagentur, habe das aber für den Verlag auf selbstständiger Basis gemacht. Und das war ganz spannend, weil ich mit den Kolleginnen damals erarbeitet habe, wofür steht eigentlich der Verlag, wofür steht Nord-Süd? Und wir haben beispielsweise auch uns die Werte vom Verlag angeschaut.

Und es war damals ganz augenscheinlich dass ein Wert von Nord-Süd Derart herausgestochen ist in den Gesprächen und in diesen, ich habe dann mit Ihnen ein Polaritätenprofil gemacht, da kann man so verschiedene Werte dem Verlag: zuordnen. Das haben wirklich gesamt alle Kolleginnen damals angekreuzt und angegeben, dass Nord-Süd menschlich ist. Und aus diesem Wert der Menschlichkeit haben wir dann die Bilderbuchbande entwickelt und Ich glaube, dass wir gerade auch mit dieser Kampagne damals zum 60. Verlagsjubiläum mit der Bilderbuchbande sehr schön nochmal herausarbeiten konnten, wofür der Verlag steht und wie er positioniert ist. Und aus dieser Idee und aus dieser Positionierung ist ja dann auch ein Sammelband entstanden, den gab es mittlerweile, gibt es drei verschiedene Editionen davon. Und ja, also ich glaube, Nord-Süd hat eine, würde ich sagen, ein sehr starkes Markenverständnis und Markenbewusstsein, dass wir eigentlich auch versuchen, jeden Tag zu leben.

Mr. Ralf Aber ist es nicht bei Nord-Süd einen Ticken einfacher, gerade weil es sich vor allem um Bilderbücher handelt und so? Also nur ein Segment bedient, während jetzt ein Verlag wie, nehmen wir jetzt mal Fischer, mit verschiedenen Imprints oder: verschiedenen Verlagsmarken selber dann auch noch mehrere Vollprogramme hat, wo man ja vom Bilderbuch bis zum Jugendbuch, Young Adult, was auch immer, so eine ganze Bandbreite bedienen muss. Ist das nicht ungleich viel schwerer, das auch so konzentriert in so ein Markenprofil zu überführen? Nina Grünberger: Ich würde sagen, jein. Also natürlich braucht es mehr Ressourcen aber ich würde sagen, wenn sich diese Arme oder diese Äste jeweils ein starkes Markenverständnis haben, dann funktioniert das genauso wie bei einer Einzelmarke.

Also wir haben ja auch, ich meine, wir alle kennen Bayersdorf und unter Bayersdorf fungieren auch verschiedene Marken Es gibt da jetzt noch ganz viele andere Beispiele von Dachmarken unter denen dann verschiedene Einzelmarken existieren Angesiedelt sind. Aber ich glaube, wenn diese einzelnen Akteure, die für diese Marken quasi zuständig sind, ein Markenverständnis haben: und nach außen tragen und diese Marke aufbauen, dann steht dem eigentlich überhaupt nichts im Wege. Also ich denke da jetzt beispielsweise auch an Kiepenheuer & Wietsch mit Kiwis Fair, mit Mona Lang, die da als Programmleiterin im letzten Jahr Dieses New Adult Imprint aufbaut. Und mein Eindruck von außen ist, dass die wirklich in kürzester Zeit zu einer Marke geworden sind und einfach auch sehr genau sagen können, wofür sie stehen. Die Dr. Stefan: Frage ist wie das außen wahrgenommen wird. Bei Beiersdorf ich glaube, frage tausend Leute auf der Straße Otto Normalverbraucher, die werden sagen, Beiersdorf habe ich noch nie gehört. Aber wenn du sagst Nivea na klar kenne ich Nivea oder was auch immer für Produkte sie haben. Da ist die Marke das. Und jetzt weiß ich nicht wenn ihr bei Fischer wart.

Ich glaube, Fischer hat ja, In dem Moment, wo sie zum eigenständigen GmbH, zum Verlage geworden sind vor zwei Jahren, hatten die auch vor der: Überlegung gestanden, wie nennen wir uns. Die haben eine Vielzahl von Marken gehabt und ich glaube, es war ein kluger Schachzug gewesen Die Marke unter ihren Marken rauszufiltern, die nur mit Kinder- und Jugendbuch verbunden werden kann oder konnte und wo auch jeder einen sehr positiven Eindruck hatte, das war Sauerländer. Also nimmst du Sauerländer. Ich hätte, sag ich mal, am grausamsten oder sowas hätte ich gefunden, die hätten sowas genommen wie Fischer Junior. Das ist immer die Verzwergung. Mach es noch ein bisschen kleiner, da kommt ja unser Junior. Also das ist so... Da hast du einen, also die haben bewusst die stärkste Marke sozusagen, wo im Buchhandel wird damit nichts anderes als Kinder- und Jugendbuch verbunden. Das ist ein kluger Schachzug. Du kannst, glaube ich unter den Marken dann immer eine, und das machen einige Verlage, sie nehmen eine starke wenn sie überlegen, eine starke raus.

Mr. Ralf Hätte ich jetzt etwas anders beurteilt aber das ist dann, glaube ich meine persönliche Sicht, weil ich glaube, dass: Sauerländer auch eine sehr traditionelle Marke ist. Ja Dr. Stefan: ja. Mr. Ralf: Und nicht in dem Bewusstsein der jetzt jungen Käufer so verankert ist, dass man daraus wahnsinnig viel machen kann. Aber das ist nur eine persönliche Einschätzung. Ich glaube, dass eine Marke wie Duden oder Bibliografisches Institut oder Brockhaus, das gab es ja auch, waren ja auch Teile, dass die von der Bedeutung der Marke her und von der Lebendigkeit her ein bisschen mehr Potenzial gebracht hätten. Dr. Stefan: Duden ist ja nur eine Lizenz, darfst du ja gar nicht nehmen, weil die gibt es ja noch Aber wenn ich jetzt frage welcher verlacht, dann musst du auch erst mal nachdenken weil das hat ja auch zehnmal sich verändert. Also die Eigentümer sozusagen. Aber Begriff Duden ist erstmal ein Eben ist auch ein starker Begriff.

Unter Duden weiß sofort jeder was, ist auch positiv besetzt, das ist auch schon was. Aber bei der Bilder ist es besser Nicht so Bilderbuchbande dass fast eher dann die Bilderbuchbande eine Marke geworden ist als Nord-Süd, dass die stärker zieht als, also wenn ich jetzt mal in Richtung: Endkunden denke, würde ich fast sagen, ja, also Bilderbuchbande ist, also toppt Nord-Süd. Aber Nina Grünberger: das ist ja auch nicht schlimm. Also, das Dr. Stefan: ist Nina Grünberger: ja auch überhaupt nicht schlimm. Also die Bilderbuchbande Also es gibt verschiedene Prinzipien wenn man mit Marke arbeitet, an die man sich halten sollte. Und eines ist die Erzählbarkeit und das Storytelling. Wir alle wissen, dass... Geschichten uns emotional berühren und dass wir sie uns einfacher merken als Sacheinformationen Geschichten berühren Dinge in unserem Gehirn wo Sacheinformationen nicht hinkommt und das führt dazu, dass wir uns diese Informationen leichter merken.

Es führt dazu, dass wir uns damit identifizieren können Und wenn jemand unter dem Begriff Bilderbuchbande was ja eine Emotionalisierung ist, der Marke Nord-Süd,: sich damit identifiziert, dann ist das das Beste, was uns passieren kann. Also es gibt dieses Thema Erzählen und Benennen und die Dinge im Grunde komplexe Dinge runterbrechen auf eine emotionale Ebene ist eigentlich das, was Marken tun sollen und was die Aufgabe von Marken ist. Und deswegen würde ich sagen, das ist überhaupt kein Problem, wenn das hier an diesem Beispiel gelungen ist. Mr. Ralf: Das heißt auch immer so schön Markenpersönlichkeit, da steckt ja immer diese Person schon drin. Die du vorhin auch durch die Tür hast reinkommen lassen, als verkleideter Verlag Nina Grünberger: Absolut, ja. Dr. Stefan: Du hast auch gesagt, wir leben das jeden Tag. Das sagt sich leicht, aber da würde ich nochmal sagen, wie sieht das aus? Wir leben das jeden Tag. Also wie lebt ihr das jeden Tag?

Nina Grünberger Ja.: Der Es gibt bei uns, würde ich sagen, einen respektvollen Umgang miteinander, es gibt eine gelebte Fehlerkultur. Es ist auch eine Rückmeldung die wir ganz oft bekommen, also unsere Verlagstüren sind offen.

Man kann uns jederzeit erreichen, also auch Herwig Bitsche, der Verleger und Co-Geschäftsführer und ich, man kann uns jederzeit per E-Mail schreiben, wir sind nicht, wir verstecken uns nicht. Jeder kann, jeder ist im Grunde kontaktierbar, jeder ist da. Wenn wir Besucher haben und die bei uns im Verlag zur Tür reinkommen, ist es meistens immer ein Staunen was ihnen da entgegenkommt, wie unsere Verlagsräumlichkeiten: gestaltet sind. Also ich glaube, es ist einfach ein... Ein Selbstverständnis fasst wie wir miteinander arbeiten und wie wir miteinander umgehen. Und das ist wahrscheinlich, was ich meine mit, dass wir das jeden Tag leben. Also ich glaube, sonst hätten die Kolleginnen das auch nicht angekreuzt damals. Das ist ja keine Vorgabe die gemacht wurde, sondern das ist ja etwas, was aus ihnen kam. Und ich glaube auch, dass deswegen die Bilderbuchbande Als Marke so gut funktioniert und so gut funktioniert hat, weil es eben kein Lippenbekenntnis ist. Und ich glaube, deswegen wurde sie auch im Buchhandel verstanden, deswegen wurde sie auch bei den LeserInnen verstanden, weil es authentisch ist. Und das ist natürlich, Menschen merken sehr schnell, ob man es ernst mit ihnen meint oder nicht, oder ob eine Marke es ernst meint oder nicht.

Und was natürlich nicht funktioniert, ist eine Marke am Papier zu entwerfen Eine Marke, hinter einer Marke steht Haltung, hinter einer Marke stehen Werte und wenn man das dann nach außen kommuniziert und: außen trägt, dann funktioniert es, andersrum wird es nicht funktionieren. Dr. Stefan: Wie merkt denn der Endkunde sozusagen der Käufer, wie merkt der das? Also alle, die im direkten Kontakt stehen, Buchhändler und so weiter, die können das merken, weil da immer Menschen dazwischen geschaltet sind, aber der Kunde der jetzt im Buchladen das Buch hat oder derjenige der… Im Online-Shop da ist es noch schwieriger irgendwie vielleicht, aber wie merkt der das anhand des Produkts? Nina Grünberger: Ja, also ich glaube, unsere Produkte, da wir jetzt vielleicht der Wert Menschlichkeit nicht der erste, der mit uns assoziiert wird, das ist eher die Qualität Was wir aber machen, ist gerade im Bereich Direktmarketing wir haben das Nord-Süd-Magazin das jetzt, ich glaube, mittlerweile schon... 13 Jahre gibt, das wir direkt an unsere LeserInnen verschicken, kostenlos wo wir immer unser Frühjahrs oder Herbstprogramm vorstellen.

Und in diesem Magazin schreibt wirklich jeder im Verlag von PraktikantIn bis VerlegerIn einen kleinen: Artikel, einen kleinen Beitrag und was er an diesem Buch so toll findet und beschreibt im Grunde dieses Buch. Das ist eine sehr persönliche Art. Mit LeserInnen zu kommunizieren. Ein zweites Beispiel, das mir einfällt ist der Newsletter von Herwig Bitsche. Bei uns gibt es einen Newsletter, natürlich ein Verlags-Newsletter, den schreibt Herwig einmal im Monat selber. Und das ist ein sehr persönlicher Blick in den Verlag und hinter den Vorhangen und hinter die Kulisse, den er da gewährt. Und da kommt natürlich das Menschliche auch wieder rein Zum Vorschein Aber ich glaube jetzt, wenn man ein Buch von uns im Buchhandel in der Hand hält, da ist es wahrscheinlich eher ein anderer Wert, der mit uns assoziiert wird. Das ist wahrscheinlich das Thema Qualität.

Mr. Ralf Und siehst du das bei vielen anderen Verlagen auch, was du jetzt so für... Nord-Süd geschildert hast, dass man dort auch über solche Fragen nachdenkt oder genauso weit ist wie ihr, dass man auch dort eine Haltung entwickelt hat oder: ein Markenversprechen Nina Grünberger: Absolut, absolut. Es gibt gerade im Kinderbuch sehr viele Verlage, die Marke sehr gut verstehen. Also da fallen mir jetzt gleich mehrere Beispiele ein. Eins ist sicher der Tesla Verlag, die diese wahnsinnig starke Was-ist-was-Reihe haben. Die haben ja auch diesen wunderschönen Claim, Wissen macht stark, wo sie eben auch die Positionierung wunderbar auf den Punkt bringen. Ich diese Reihe ist auch schon sehr alt. Ich glaube, die gibt es seit den 60ern. Ein jüngeres Beispiel wäre sicher Magellan, mit dem Claim natürlich Magellan. Magellan hat, weil du wegen der Haltung gerade auch gefragt hast, sich sehr früh auf das Thema Nachhaltigkeit gesetzt. Und... Das sogar ja eben auch in diesen Claim aufgenommen, natürlich Magellan, jedes Buchcover ist mit einem Störer versehen, das darauf aufmerksam macht.

Also da gibt es einige: Beispiele, ja. Also das sind jetzt eben Verlage, aber es gibt dann natürlich auch noch, es können ja Verlage zur Marke werden, es können aber auch, wie wir wissen, ja Reihen zur Marke werden. Das war eben schon, wie genannt die Pixie-Reihe beispielsweise bei Carlson, eine der erfolgreichsten Buchreihen überhaupt aller Zeiten. Und das ist natürlich auch ein ganz starkes Markenverständnis das Carlsen hat. Und die haben ja mehrere starke Reihen. Also da ist ja Pixi jetzt nur ein Beispiel. Da gibt es ja auch die Conny und da gibt es ja auch die Schule der magischen Tiere und Harry Potter und was weiß ich was. Also absolut, ja. Dr. Stefan: Gut, was die Conny für Carlsen ist für euch dann entweder der kleine Eisbär oder der Regenbogenfisch. Also ihr habt die ja auch, diese Reihen Sozusagen die Marke in der Marke oder wie man das nennen soll. Mr. Ralf: Ja, die starke Backlist.

Dr. Stefan Jaja, aber ich sag mal mit Reihentiteln wo man sofort weiß, ah, also ich glaube viele Leute erkennen sofort den: Regenbogenfisch wieder, aber wenn du jetzt einfach fragen würdest und sie wissen schon, welcher Verlag das ist, würden sie schon erstmal überlegen welcher Verlag das sein kann. Aber den Regenbogenfisch den wissen sie und sie wissen vielleicht auch, dass es derselbe aus dem selben Hause kommt wie der kleine Eisbär oder Bernadette Mr. Ralf: oder was Dr. Stefan: immer. Das Mr. Ralf: ist eigentlich auch ein sehr, sehr gutes Beispiel. Das sind die drei Fragezeichen. Weil da im Grunde ja von Drei-Frage-Zeichen-Kids als Line-Extension nach unten bis zu jetzt dem Erwachsenen-Roman den Andreas Eschbach geschrieben hat. Dr. Stefan: Ja, und die Drei-Ausrufe-Zeichen und so Mr. Ralf: weiter Drei-Ausrufe-Zeichen und auch diese Touren die ja die Sprecher machen, wo ja ein Erwachsenen-Publikum steht. Kommt um eigentlich die Jugendbücher zu hören, die dann auf der Bühne live nochmal präsentiert werden. Also das ist dann schon eine Markenwelt mit einer ganz unterschiedlichen, das ist im Grunde das Nivea des Kinderbuchs, wenn man so will.

Von der Creme bis: zum Shampoo und Pipapo funktioniert das bei den drei Fragezeichen auch ganz gut. Aber da glaube ich, wird man auch wieder Leute finden, die dann nicht mal wissen, wie der Verlag heißt, der dahinter steht. Aber Da ist dann einfach die Markenpräsenz der drei Fragezeichen so überstrahlend, dass das andere gar nicht mehr ins Gewicht fällt. Ist dem Verlag wahrscheinlich aber Also Nina Grünberger: ich würde da genau wieder bei der Bilderbuchbande sagen, das ist in dem Moment irrelevant. Da ist die Marke sind die drei Fragezeichen, da ist die Marke der Regenbogenfisch. Also wahrscheinlich wüssten auch viele Leute, denen würden wahrscheinlich auch Markus Pister dann nicht einfallen.

Also das ist ja auch oft, aber ihnen fällt der Regenbogenfisch ein. Und ich würde sagen, solange Ihnen der Regenbogenfisch einfällt ist alles gut. Und das, was du gerade beschrieben hast, Ralf, mit dieser Marke erlebbar zu machen, ja, das ist ja ein wunderbares Beispiel mit den drei Fragezeichen und was da auch wunderbar gelungen ist, ist der sogenannte Generationensprung, weil gerade im Verlagswesen: ist es ja auch immer so ein heikler Moment, es gibt da jetzt eine Leserschaft, aber was ist, wenn die rauswächst, ja, was kommt danach und ja, Im Idealfall sind das dann irgendwann mal die Eltern, die dann ihren eigenen Kindern wieder den Regenbogenfisch oder die drei Fragezeichen kaufen. Und da ist es für Verlage natürlich immer ganz spannend. Man muss auf der einen Seite... Mit der Zeit gehen und zeitgemäß bleiben und die Marken dürfen nicht aus der Zeit gefallen wirken und gleichzeitig muss aber eine gewisse Kontinuität da sein. Sie müssen nach wie vor vertraut wirken, sie müssen nach wie vor erkannt werden. Sie dürfen sich nicht so verändert haben, dass man sagt, oh, das ist aber nicht, was ich aus meiner Kindheit kenne oder das ist aber nicht, woran ich mich erinnere. Und das ist eine gar nicht so einfache Aufgabe, die gerade auch Kinderbuchverlage da macht Leisten. Aber da gibt's Beispiele wo das sehr gut gelungen ist.

Also die Pixie-Bücher sind: eines davon. Dr. Stefan: Also dann sind wir gespannt jetzt auf den Sommer, wenn Nina im Eisbärenkostüm auf Tournee geht, um den Eisbären populär zu machen, populärer genau, um sozusagen auch die nächste Generation davon zu überzeugen das ist die Tour durch Kindergärten und Grundschulen. Die Eisbärbande. Die Eisbärbande genau. Mr. Ralf: Ja, ist doch schön. Fällt uns einiges an Dr. Stefan: Ja fällt uns einiges Ich rufe dann mal an Genau, dann wird diese Marke immer populärer. Genau, und dann sehen wir, was wir an Marken entdecken. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Nina Grünberger: Vielen Dank euch. Mr. Ralf: Tschüss Tschüss

Über diesen Podcast

Der Fachpodcast für Kinderbuch und Jugendbuch! In der Kinderbuchpraxis werden alle Themen rund um Kinder- und Jugendbücher behandelt. Bekannte Autor*innen, Illustrator*innen oder Verleger*innen und viele weitere spannende Gäste kommen in die Praxis zu Mr. Ralf (Ralf Schweikart) und Dr. Stefan (Stefan Hauck). Das ungleiche Duo rückt schon mal aus zum Hausbesuch. Zweimal im Monat erscheint eine neue Folge - am zweiten und am vierten Freitag. #kinderbuch #kinderbücher

von und mit Stefan Hauck und Ralf Schweikart

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