Kinderbuch und Jugendbuch - wir behandeln alle Themen.
Intro: Kinderbuchpraxis. Hier behandeln Dr. Stefan und Mr. Ralph Themen rund ums Kinder- und Jugendbuch. Sie sprechen über aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt oder über Bücher. Und zwar jeden zweiten Freitag. Mr. Ralph, das ist Ralph Schweikert. Dr. Stefan, das ist Dr. Stefan Hauck. Intro: Susanne Strasser. Sie gilt als die Königin der Pappe und steht für treffsichere und neue Ideen. Intro: Wie geht sie mit dem Druck um, am Erfolg der eigenen Bücher gemessen zu werden? Dr. Stefan und Mister Ralph finden's heraus und damit herzlichst willkommen in der Kinderbuchpraxis. Dr. Stefan: Herzlich willkommen, Susanne Strasser, allgemein bekannt als die Pappbuchqueen in Deutschland. Mr. Ralf: Ja, in der Süddeutschen hieß es die Königin der Mr. Ralf: Pappe.
Dr. Stefan Die Königin der Pappe hieß es in der Süddeutschen, genau. Also, äh, royer, royalen Besuch in der Kinderbuchpraxis. Das ist natürlich eine Ehre für uns. Und herzlich willkommen, Susanne. Schön, dass du dir die Zeit nimmst,: mit uns ein halbes Stündchen zu plaudern. Susanne Strasser: Ja, also ich freue mich auch sehr, dabei zu sein. Susanne Strasser: Ja. Freue mich, wo es hinführen wird, unser Gespräch. Dr. Stefan: Ja, ist nix geskriptet. Also insofern, wir gucken auch, ähm- Wir fangen Mr. Ralf: mal mit Pappen an. Dr. Stefan: Ja, mit Pappen. Pappen ist ja oft unterbewertet, aber es ist ganz schön komplex. Und, ähm, diesen Ruf, ähm, den die Süddeutsche und andere auch, ähm, von dir, ähm, verbreitet haben, der besteht ja nicht zu Unrecht, weil, ähm, oft wird das als, ähm, na ja, als für Kleine was machen, ähm, als gar nicht so komplex angesehen ist.
Dr. Stefan Ist es aber. Wenn wir zum Beispiel, ähm, hier "Haltet den Ball", wenn wir dieses mal als Beispiel nehmen, ne, dann, äh, ist das ja so Da ist ja 'n ganz stringenter Geschichtenaufbau dahinter, wo sozusagen fast wie beim Skript von 'nem Film jede Seite genauestens angelegt und durchkomponiert ist. Ähm, was zur Frage führt, wie du eigentlich solche: Pappbilderbücher, ähm, wie du da vorgehst, ob du das kribbelst Ob du da ein Storyboard machst, ob du da-- ja, wie gehst du da vor? Mr. Ralf: Es gibt ja auch so 'ne Längenbeschränkung. Also man kann ja jetzt nicht sagen: „Och, prima, wird ja diesmal 'ne 50-seitige Pappe", sondern das ist ja schon auch 'ne kompakte Form. Dr. Stefan: Oh ja. Susanne Strasser: Ja. Ja, das, ähm, die Form ist tatsächlich auch das, was meistens das Schwierige ist, dass man halt nur zwölf oder 13 Seiten, Doppelseiten zur Verfügung hat, äh, in, in diesem Format. Susanne Strasser: Ähm, ja, wie gehe ich vor? Also, ähm, ich brüte in meinem Büro vor mich hin. Äh, es ist eigentlich relativ unspektakulär. Ich überlege mir: Was sind, äh, Themen, die, äh, Kinder im Alter von zwei Jahren beschäftigen? Also das ist eigentlich so mein Ausgangspunkt, weil ich sehr nah an meiner Zielgruppe bin und das ist eigentlich auch das, äh, woran ich mich messe.
Susanne Strasser Also was können Kinder in dem Alter schon verstehen? Ähm, welchen Humor können sie verstehen? Und genau, also: das ist so, das, äh, so gehe ich ran. Ich gucke, w-welche Themen, ähm, sind da. Ähm, jetzt mein-- bei Haltet den Ball natürlich, Ball ist für mich einfach so 'n, so 'n Klassikerspielzeug. Es ist so das erste Spielzeug, das-- Also jedes Kind wächst, würde ich behaupten, mit einem Ball auf in irgendeiner Form. Susanne Strasser: Man kriegt schon-- Ganz kleine Babys haben diese kleinen Stoffbällchen mit Klingel drin und also-- Und ich wollt unbedingt schon immer mal auch was zu diesem Bu-, ähm, Spielzeug machen. Genau, und ich, ähm, versuche dann, da einen, einen Plot zu entwickeln. Ähm, ich schreibe dann eigentlich zunächst zuerst, ähm, aber mach parallel immer kleine ku-, ähm, Skizzen, Zeichnungen, um zu sehen, ob das, was ich mir da so, ähm, textlich ausdenke, ob das überhaupt visuell umsetzbar ist.
Susanne Strasser Weil nicht alles, was man irgendwie so in, in 'ne Geschichte packt, lässt sich dann auch eben über diese knappe Form einfach so erzählen. Genau. Und dann, ähm Ba-- mach-- zeichne ich auch ein Storyboarden sehr einfach. Es sind wirklich so: briefmarkengroße, ähm, Zeichnungen, ganz einfach, ähm, über-- also zwei auf vier Blätter muss man sich vorstellen und wo dann, ähm, wenn der Text dann auch schon steht, der Text daneben, ähm, kommt. Susanne Strasser: Und das bespreche ich dann mit meiner Lektorin, bevor ich überhaupt dann in, in die Ausarbeitung gehe. Mr. Ralf: Beschreibst du diese Geschichte in deinem Text oder ist der Text schon dann auch das, was nachher vielleicht noch 'n bisschen ausgefeilt, aber arbeitet als Text in den, in den Pappem v-vorkommt? Intro: Nee, der Text ist schon dann auch, äh, in dem Fall, wenn das Storyboard da ist, ist der Text auch schon sehr weit. Intro: Ähm, aber, also wir fummeln tatsächlich, ich sag's so, wie es ist, bis zum Schluss, ähm, bis wir die Daten in den Druck geben, wird auch, auch an dem Text gefeilt. Also für mich ist in-- bei diesen Pappbilderbüchern beides gleich wichtig. Und auch wenn ich oft höre: "Ach, da ist ja so wenig Text drin." Das hört man ja öfter, ähm, grad von Eltern, die dann Bücher kaufen.
Intro Ähm,: also wir-- das ist wirklich so 'ne Verdichtung und das ist mir total wichtig, dass man alles Unwichtige wird weggelassen, dafür, ähm, genau geguckt Also Dr. Stefan: das Dr. Stefan: Bild erzählt Dr. Stefan: ja, das Bild erzählt Susanne Strasser: ja selbst. Ja, das Bild erzählt, aber es erzählt selbst. Aber, ähm, der Text ist in dem Fall, ähm, schon auch so, dass er auch das erzählt, was im Bild ist. Susanne Strasser: Das ist jetzt, finde ich, bei den Kleinen schon noch sehr wichtig. Also dass wenn man älter wird, dann versuche ich bei meinen Illustrationen schon auch meistens noch mehr über den Text hinaus zu erzählen in meinen Bildern. Also das kann man dann einfach bei den Kindern schon erwarten, aber bei den kleinen Kindern, ähm, da muss dann schon auch die Ente und, äh, der Ball und so vorkommen. Susanne Strasser: Äh, das wäre ja irgendwie komisch für die. Also wenn man dann das, äh, im Bild nicht wiederfindet, was der Text auch erzählt.
Dr. Stefan Wenn wir jetzt bei Halte den Ball bleiben gerade, ähm, dann ist es so, dass ich würde sagen, das geht sehr gut schon ab zwei Jahren bestens. Also, ähm, und du hast ganz viele: lautmalerische, äh, Worte, Kuller, Kuller, platsch, doing, doing, doing. Dr. Stefan: Also die Kindern auch Spaß machen, wenn, äh, dieser Text oder ähm, vorgelesen, äh, wird. Das ist also auch bewusst sozusagen die mit rein zu, also deine Zuhörerschaft sozusagen mit ins Boot zu holen im Rahmen der Möglichkeiten. Susanne Strasser: Also das hat natürlich zwei, also es hat mehrere Gründe. Ähm, also erstens mal sind die Kinder natürlich mitten im Spracherwerb, ähm, da machen dann einfach solche Wörter, diese auszusprechen, das macht einfach Spaß. Susanne Strasser: Also dass so Quatschwörter auch, ähm, zu lernen oder die eben, ähm, zu artikulieren. Und gleichzeitig ist es aber auch so, dass diese, die Vorlesesituation die Eltern natürlich, indem sie dann solche Wörter aussprechen müssen beim Vorlesen, also wie doing, doing, doing und plumps oder wie auch immer, ähm, dass die natürlich dann damit auf Augenhöhe zu den Kindern kommen.
Susanne Strasser Und das ist mir in dieser Vorlesesit-situation sehr wichtig, also dass die Eltern auf Augenhöhe: der Kinder kommen, indem sie sich so 'n bisschen auch 'ne kleine Lächerlichkeit vielleicht preisgeben, wenn sie solche Wörter dann vorlesen müssen. Dr. Stefan: Aber das macht doch Riesenspaß. Lächerlich kann ich mir gar nicht Susanne Strasser: vorstellen, oder? Susanne Strasser: Ja, also manchen, ich glaube manchen Erwachsenen ist es, glaube ich, schon unangenehm. Also ich merke das oder ich höre das manchmal auch von, von Erzieherinnen, die dann gar nicht mehr so gerne vorlesen oder die dann so denken, sie, sie machen das nicht gut genug oder ich weiß es nicht. Also ich, ich, also ich finde einfach, diese Vorlesesituation, Situation bekommt dadurch einfach was Spielerisches. Susanne Strasser: Ja. Mr. Ralf: Wir haben ja in anderen Zusammenhängen auch immer wieder auf den Wert des Vorlesens hingewiesen und auf der anderen Seite immer diese ganzen Argumente erzählt bekommen, gelesen, warum man nicht vorliest. Und da ist natürlich diese ah, ich mache mich doch nicht vor den Kindern lächerlich, indem ich komische Texte vorlesen muss oder indem ich irgendwie kindisch sein, vermeintlich kindisch sein soll.
Mr. Ralf War durchaus mit immer einer der Gründe, warum man dann eher sagt "Oh nee, vorlesen, das sollen mal die anderen machen." Aber dann ist es ja Eigentlich ist es ja 'ne schöne Steilvorlage, um sich mal endlich: wieder auch selber so 'n bisschen spielerischer damit beschäftigen zu können und- Dr. Stefan: Also und 'ne Zweijährige findet das toll. Dr. Stefan: Also da, ähm, d-d-die staunt eher Papa oder Mama an, wie schön sie das kann. Also das glaub ich. Hm, aber okay, ja. Mr. Ralf: Also wir treten mal vielleicht den, denjenigen ein bisschen in den Allerwertesten, die jetzt, ähm, immer das Vorlesen so wegschieben wollen und sagen: „Da hast du doch 'n super Buch. Probier's doch mal. Mr. Ralf: Du kannst dich gar nicht lächerlich machen. Kinder finden's toll." Dr. Stefan: Du hast gleichzeitig aber auch Speed, den du aufnimmst. Ähm, wenn du zum Beispiel hast, also der, der Ball er rollt und dann, äh, hast du Ente rennt, Eule rennt, Spinne rennt, Dackel rennt, Ratte rennt. Alle rennen hinterher. Also das ist zum einen, äh, nicht nur grammatikalisch sehr richtig, sondern man lernt auch überhaupt 'ne Grammatik sozusagen.
Dr. Stefan Äh, Ente rennt, Eule rennt, Spinne rennt und so weiter. Alle rennen hinterher. Also du schaffst es, diesen Bogen sozusagen dessen, was man sieht, aber auf 'ner anderen Ebene noch mal nachzuvollziehen, aber ohne dass: dasselbe passiert. Das find ich ja das Spannende, weil man könnte es natürlich auch-- Ich, äh, mache das, was ich da sehe. Dr. Stefan: Das ist jetzt hier nicht der Fall, sondern, ähm, hier sind schon unterschiedliche Ebenen. Und, ähm, wenn du sagst, du feilst mit deiner Lektorin, ähm, ich, ich nehme an, Karin Gross vom Peter Hammer Verlag könnte das dann sein bei den Pappen? Susanne Strasser: Nein. Dr. Stefan: Nein? Susanne Strasser: Nein, das ist nicht Karin Gross, sondern Sophia Marzolf ist meine Lektorin. Susanne Strasser: Die ist mich wirklich seit dem allerersten Pappbilderbuch bei Peter Hammer begleitet und das ist 'ne freie Lektorin, die für 'n Peter Hammer Verlag arbeitet. Die arbeitet auch für andere Verlage, auch über-- als Übersetzerin vor allem auch. Und, ähm, genau. Also das ist 'ne wahnsinnig schöne Zusammenarbeit. Ja, also es ist, äh, könnte nicht besser sein, weil wir wirk-- uns wirklich super ergänzen und da sehr ähnlich ticken, auch sehr-- beide sehr genau sind und, und sie aber auch, ähm, sehr viel Verständnis fürs Bild hat. Susanne Strasser: Also das ist immer wieder für mich sehr wertvoll.
Mr. Ralf Was heißt denn in dem Zusammenhang beide sehr genau sind?: Also es ist-- Ja, natürlich gibt's auf den Bildern viele Details, aber es ist ja doch auch erst mal eine eher kompakte Geschichte, die so erzählt wird. Was sind denn da die Genauigkeiten und Details, über die ihr dann vielleicht auch diskutiert, sprecht, schaut? Susanne Strasser: Also das sind zum Beispiel-- Ich mein, also ich schieb zum Beispiel die Pupillen von irgendwelchen Augen millimeterweise hin und her, weil der Blick dann einfach was anderes sagt, ja. Also wenn, wenn das nicht genau, äh, aufm Punkt ist. Oder wir diskutieren an bestimmten Textstellen, setzen wir da jetzt 'n Komma oder doch lieber einen Doppelpunkt oder einen Gedankenstrich, weil Also ähnlich, ich vergleich's oft auch mit 'nem Gedicht.
Susanne Strasser Bei 'nem Gedicht versteht man das oft besser, wenn man-- Also da spielt jedes einzelne Wort, jedes Komma spielt da einfach 'ne wichtige Rolle und so ist es bei meinen, meinen Texten auch. Also diese, grad durch diese Verdichtung wird jedes Wort, jedes, das zu viel ist oder, oder wegkommt, kriegt viel mehr Gewicht oder Bedeutung,: wie wenn ich jetzt in 'nem 2000-Seiten-Roman ein Wort weglass. Susanne Strasser: Das spielt keine Rolle, aber jetzt hier spielt es schon eine sehr entscheidendere Rolle für uns. Und, ähm, das meine ich damit, dass ich da sehr genau bin Dr. Stefan: Und beide seid ihr sehr genau. Ja, kann man. Ähm, und wenn du sagst, seit dem ersten Band bei Peter Hammer ist, ähm, seid, äh, äh, ähm, du und, ähm, die Sophia Marzell für ein Gespann. Dr. Stefan: Ähm, was war denn das Erste, ähm, in der Fülle der Bilder-- Pappbilderbücher bei Peter Hammer. Was war das Erste überhaupt Pappbilderbuch bei Hammer? Das Susanne Strasser: Erste hieß, äh, hieß und heißt So weit oben. Genau. Dr. Stefan: Okay, das war das Erste. Ja, man kommt bei dir, bei deiner Produktion kaum mehr noch mit, weil du so fleißig produzierst.
Dr. Stefan Ja, das muss-- Ja, das setzt ja eine große Disziplin voraus, immer regelmäßig zu machen, zu liefern, zu-- Also finde ich schon. Und du machst vor allem auch viele, ähm, eigene, also wo du selber textest. Also du illustrierst zwar auch andere, das ist dann: vorwiegend, glaube ich, auch bei anderen, äh, Verlagen, ähm, und nicht bei Peter Hammer. Dr. Stefan: Aber, ähm, allein die hammertsche Produktion sozusagen ist schon der Hammer. Also muss man sagen. Mr. Ralf: Lass uns noch mal kurz bei dem ersten Titel bleiben. Also war das schon von vornherein klar, das wird 'ne Pappe und das ist so die Form, in der du das erzählen willst. Oder gibt es da eine andere Geschichte zu diesem ersten Buch? Susanne Strasser: Ja, das ist eigentlich 'ne sehr schöne Geschichte. Ähm, das Buch ist meinem ersten Sohn gewidmet, Alexander. Ähm, ich wollte ein Buch für ihn machen. Das war-- Er war in dem Alter-- Also er war zwei Jahre alt, also im Pappenalter im besten. Und wir haben sehr viele Pappbilderbücher in der Zeit auch, äh, gelesen. Susanne Strasser: Und da entstand einfach der Wunsch, dass ich ihm auch, ähm, ein Buch machen möchte. Und dann war für mich einfach klar, das muss ein Pappbilderbuch sein. Und, ähm, ich bin dann, ähm, auf die Buchmesse gefahren mit einem DIN A4 Blatt, auf dem zwölf Briefmarken große Schwarz-Weiß-Zeichnungen drauf waren.
Susanne Strasser Eigentlich fast ein bisschen frech, muss: man sagen, und habe dieses Konzept, ähm, mehreren Verlagen vorgestellt und es waren tatsächlich auch mehrere interessiert. Ähm, und ich war dann mit zwei Verlagen im Gespräch und der eine Verlag, der wollte eben kein Pappbilderbuch machen. Und das war mir aber unwahrscheinlich wichtig. Susanne Strasser: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das ein, ein Hardcover-Bilderbuch werden soll. Und, ähm, beim Peter Hammer Verlag war klar, das wird ein Pappbilderbuch. Da war es aber so ein bisschen die Krux an der Sache, dass der Erscheinungstermin erst viel weiter in der Zukunft gewesen wäre. Und dann habe ich mir gedacht: Na ja, gut, wenn mein Sohn eingeschult wird, dann ist das irgendwie auch nicht mehr so ganz relevant. Susanne Strasser: Ähm, aber zum Glück konnte, äh, die Monika Bildstein, damals noch Verlegerin, ähm, ja, einen Programmplatz freischaufeln und dann ist es ein bisschen früher erschienen. Genau. Und dann ging es eben mit Peter Hammer Verlag weiter. Dr. Stefan: Ein Lob an Monika Bildstein.
Mr. Ralf Jetzt könnte man ja sagen Okay, wenn du jetzt schon gesagt hast, als das Buch erschienen war, dein, dein Sohn aus dem Pappbilderbuchalter: raus. Mr. Ralf: Man hätte ja jetzt-- Du hättest ja jetzt auch sagen können: „Na ja, dann begleite ich ihn mit Buchprojekten einfach beim Aufwachsen." Aber du bist ja jetzt, wir haben ja vorhin schon gesagt, die Königin der Pappe. Bist du da irgendwie entweder hängen geblieben oder hast gesagt: „Nee, das ist einfach die tolle Form, in der ich total viel umsetzen kann, was ich mir vorstelle"? Susanne Strasser: Ähm, also beides, glaube ich. Also ich-- „Das so weit oben" war gleich sehr erfolgreich, muss man sagen. Und dann wollte der Verlag, dass ich, ähm, 'n weiteres Buch nachlege, was ich dann auch gemacht hab. Und ja, dann ist das irgendwie so seiner Wege gegangen, weil die Bücher auch mittlerweile in über spran-- 20 Sprachen übersetzt sind und einfach auch international erfolgreich sind, ähm, kam einfach dann so die Idee auf, dass wir das einfach weiterverfolgen.
Susanne Strasser Und ich muss auch ehrlich sagen, ähm, ich hab wahnsinnig viel Freude an dieser Arbeit und sehe sie als unwahrscheinlich wertvoll an und bin sehr dankbar, dass ich das machen kann, ähm, weil man einfach so nah, ähm, an diesen kleinen Kindern dran ist und ja schon so: früh irgendwie so 'n Impact hat. Also ich sehe das einfach, ähm, unwahrscheinlich, ähm, ja als unwahrscheinlich wertvoll an. Susanne Strasser: Genau. Und mach das sehr gerne. Dr. Stefan: Es, es muss 'n Grund haben, warum, äh, deine Bücher in 20 Sprachen übersetzt werden und, ähm, warum, ähm, du eben dieses Prädikat die Königin der Pappe bekommst. Ähm, weil also ei-eins könnt ich mir erklären, ist deine überraschenden Pointen. Also bei jedem deiner Bücher ist was, wo man sozusagen auch als Erwachsener, ähm, man denkt, ja, das geht jetzt so und dann wird wahrscheinlich das kommen und dann wird wahrscheinlich-- Aber dann kommt aber was ganz Überraschendes, ähm, äh, für die Kinder wie auch für die erwachsenen Vorlesenden, ähm, wo man denkt: „Ach, jetzt guck mal, so ist das."
Dr. Stefan Man ist dann irgendwie immer auf 'ner, 'ner Falsche, ob das, ähm, bei der, bei der, bei der Suppe sozusagen ist, wo dann die Suppe, wo man denkt, na, irgendwie wird es doch noch retten mit der Suppe, ähm, dass da irgendwie die Suppe doch noch ganz gut wird. Und vielleicht sind die: erfahrenen Leser denken da an, äh, die Steinsuppe, ähm, äh, die, dieses, dieses von der, ähm, von Gelard, wo man denkt, aha, das wird's ja dann doch. Dr. Stefan: Aber nein, bei dir ist es nicht so. Und hier, ähm, bei der, bei der, bei Haltet den Ball ist es auch so, da denkt man, oh, 'n Krokodil. Da Mr. Ralf: kommt ein Krokodil ins Spiel, der natürlich eine Gefährdung für alle anderen Tiere, die hier den Ball hinterherrennen, darstellt. Aber auch da gibt es ja eine dann doch überraschende und friedliche Auflösung. Dr. Stefan: Wollen wir jetzt nicht spoilern. Aber, ähm, also du hast immer diesen, diese Pointe, ne. Also da, da muss man ja auch lang sitzen, denk ich mir mal, äh, oder weiß ich nicht, dir kommen die einfach so zugeflogen, ähm, und dann notierst du die auf 'm Bierdeckel und gut ist. Also ich, also wie, wie ist das mit diesen, diesen Pointen, die, äh, ja, ich find, das macht's bei dir jeweils, ähm, das unterscheidet dich.
Susanne Strasser Ja, ich glaub schon, dass das so 'n bisschen so 'n kleines Alleinstellungsmerkmal sein könnte. Also ich mein,: der Humor ist, äh, mir unwahrscheinlich wichtig, ähm, und dass das irgendwie witzig ist und, und überraschend und unerwartet, aber dass natürlich auch am Schluss, äh, gut ausgehen muss. Also es sind einfach kleine Kinder und die kann man natürlich dann nicht einfach, ähm, hängen lassen. Susanne Strasser: Es, es muss natürlich das Happy End geben und die Erwartung, die man am Anfang schürt, in irgendeiner Form dann am Ende auch erfüllt sein. Und ja, das ist natürlich so 'n Muster, das ich kreiert habe, ähm, und das ist auch so 'n bisschen auch Bürde. Also es ist nicht so, dass mir das immer alles so zugeflogen kommt. Susanne Strasser: Also ich sitze schon oft sehr lange und hadere und zweifle und auch bei jedem neuen Buch wieder denkt man sich: „Oh, ist das jetzt lustig? Ähm, finden die, die Leute das gut?" Es wird natürlich an dem auch gemessen, was ich vorher gemacht hab. Und, ähm, ja, also es ist auch überhaupt nicht berechenbar. Also man denkt, ah, das ist jetzt richtig rund und gut geworden.
Susanne Strasser Und bei anderen Büchern, wo ich dann oft nicht ganz so, wo ich mir gedacht hab, hmm, ist das jetzt irgendwie so, wie ich's: haben wollte und die dann so irgendwie einschlagen. Also jetzt wie bei dem allerneuesten jetzt, ähm, Rutsch doch, Dachs, das war bin in einem Monat irgendwie ausverkauft und wo ich mir gedacht hab: Okay Überraschend. Susanne Strasser: Das war jetzt tatsächlich, glaube ich, auch für 'n Verlag, dass sie so schnell nachdrucken mussten. Also das, es ist einfach nicht planbar, aber es ist schon auch so, dass ich da lange brüte und, ähm, verschiedene Varianten durchspiele. Mr. Ralf: Ja, Rutsch doch Sachs ist, Dachs, Sachs. Rutsch doch Dachs ist nominiert für den Hocke Park Bilderbu-Buchpreis. Mr. Ralf: Also es gibt nicht nur tolle Verkaufszahlen, sondern es gibt auch Preise und Auszeichnungen oder zumindestens erst mal eine Nominierung. Der Preis wird ja erst Mitte Juni vergeben tatsächlich. Ähm, also das ist auch noch mal 'ne Ebene, die da dazu kommt. Und dann ist es halt womöglich die Bürde der hohen Messlatte.
Mr. Ralf Also wenn man erfolgreiche Bücher macht, wo man viel Lob einsteckt, dann setzt das natürlich einen unter 'nen gewissen Druck, dann auf dem Niveau mindestens zu: bleiben. Aber bislang, glaube ich, haben wir alle das Gefühl, dass dir das auch vielleicht nicht mit zufliegenden Ideen, aber trotzdem so gelingt. Mr. Ralf: Sonst wären ja jetzt auch diese Bücher nicht so erfolgreich, auch im Ausland. Dr. Stefan: Du hast aber auch immer noch, ähm, Bücher, die du illustrierst, wo der Text von jemandem anders stammt. Ähm, Gute Quatschnacht ist, glaube ich, das, das jüngste bei Hanser mit einer, ja, Autorin, die, wenn man, wenn man nachguckt bei Hanser, sich als, äh, Kuchen backende, ähm, und strickende, äh, Oma- Na ja, Mr. Ralf: aber die hat auch schon viel fürs Radio Dr. Stefan: gemacht. Dr. Stefan: Also es führt so 'n bisschen in 'ne Mr. Ralf: falsche Ecke, dass man da jetzt Susanne Strasser: irgendwie- Aus der Biografie führt so 'n bisschen in die falsche Ecke. Dr. Stefan: Ja, ich Susanne Strasser: mein, man staunt. Redakteurin Dr. Stefan: bei BR. Man staunt. Man staunt. Ja. Ich find, Mr. Ralf: da flunkert, glaube Intro: ich, Mr. Ralf: jemand auch 'n bisschen Dr. Stefan: mit Mr. Ralf: seinen Vorlieben. Dr. Stefan: Understatement. Intro: Weiß nicht, warum sie sich so platziert hat, Dr. Stefan: aber ich hab sie Susanne Strasser: jetzt schon anders kennengelernt.
Dr. Stefan Ja, genau. Ähm, ja, sie hat ja mit Deutsch und so ganz viel und Sprache und Förderung: ganz viel am Hut und zu tun. Ähm, aber wie ist das da, wenn du mit fremden Texten arbeitest? Ähm, oder was macht man lieber eigentlich? Bei einem kann man, ist man selbst für alles verantwortlich. Ähm, das hat Vorteile, hat Nachteile. Dr. Stefan: Ähm, wenn jetzt 'n fremder Text ist, kann man immer behaupten, na ja, es war halt der Text. Was soll ich machen? Mehr ging nicht. Mehr ging nicht, nee. Susanne Strasser: Ja, gut. Ähm, ich mach ja ehrlich gesagt beides sehr gern und ich find die Kombination oder die, die Möglichkeiten, dass ich beides machen kann, sehr wertvoll und, ähm, für mich sehr ergänzend. Susanne Strasser: Ähm, ja, also bei-- wenn ich 'n Fremdtext illustrier, dann ist eigentlich so das Einzige, was erfüllt sein muss, dass mich der wirklich irgendwie packt. Also dass ich irgendwie, wenn ich den zum ersten Mal lese, dass ich da einfach das Gefühl hab, da entstehen Bilder oder sofort hab ich was im Kopf, was ich da dazu illustrieren möchte.
Susanne Strasser Und, ähm, ja, also dass da so irgendwas mit mir passiert. Und wenn das: nicht der Fall ist, dann lass ich eh die Finger davon, um ehrlich zu sein. Also dann, ähm... Dr. Stefan: Du illustrierst nicht jeden, jeden Text. Susanne Strasser: Nein, ich illustrier nicht jeden Text, Dr. Stefan: tatsächlich. Intro: Ja, Dr. Stefan: genau. Es muss passen. Susanne Strasser: Also nur so kann's gut werden. Also ich find, ähm, wenn man dann so halbherzig den Text mag, also wie soll ich da überzeugend illustrieren? Susanne Strasser: Das find ich irgendwie nicht ehrlich. Also von daher. Dr. Stefan: Ja gut, es gibt, es gibt auch welche, die sagen: „Gott, mei, ich muss halt auch mein Geld verdienen und, ähm, das eine ist Herzensangelegenheit, das andere pack ich so weg." Also das ist eine andere Einstellung. Intro: Ja, das ist nicht 'ne andere Einstellung. Es ist, es ist so-- Natürlich hab ich auch schon Sachen illustriert in meiner Laufbahn, wo ich vielleicht nicht ganz so dahinter stand.
Intro Also, aber jetzt, jetzt wo ich die Freiheit habe oder die Möglichkeiten, genieße ich das und dann nehme ich mir auch die Freiheit, das so auszusuchen tatsächlich. Also das Ich arbeit ja schon relativ lange. Also von daher ist das jetzt einfach so mein: Luxus, nenn ich's mal. Mr. Ralf: Ist auch gut so. Und haben Texte manchmal auch 'ne zweite Chance? Mr. Ralf: Dass du beim ersten Mal denkst- Ja, auch. „Boah, nee, ist, komm ich nicht so mit klar, ist nicht so meins", aber dann liegt der irgendwie drei Tage oder vier Tage und dann liest du noch mal und sagst: „Ach ja, doch." Gibt's das auch? Intro: Gab's auch schon. Also gab's auch schon, ähm, wo dann auch, äh, die Lektorin noch mal mir so 'n anderen Blick auf den Text eröffnet hat, den ich vielleicht beim, beim ersten Durchlesen gar nicht so wahrgenommen hab, wo ich mich dann auch so 'n bisschen hinreißen hab lassen dann. Intro: Gab's auch schon. Mr. Ralf: Aber jetzt bist du ja auch häufig auf Lesereisen unterwegs. Das denkt man ja, oh Gott, so 'ne Pappe, wenn man die vorliest, da ist man ja ratzfatz durch. Ähm, aber das ist ja bei dir nicht 'ne, 'ne klassische Lesung. Das ist wahrscheinlich bei Pappen ja auch ganz, gar nicht so möglich, sondern da muss man sich ja was anderes überlegen, wie man das macht. Mr. Ralf: Wie gehst du denn an, an 'ne Lesung für, für deine Bücher ran? Wie darf man sich-- genau, wie darf man sich so was vorstellen?
Intro: Ja, wie darf man das sich das vorstellen? Also, äh, ich geb meistens vor, dass ich tatsächlich die Lesungen, ähm, an Kindergartenkinder richte. Also das sind dann schon die Vierjährigen, sag ich jetzt mal. Intro: Auch wenn die Bücher für die ganz Kleinen sind. Also ist natürlich so 'ne Lesung, das erfordert einfach andere Kompetenzen schon. Und, ähm, ich, meine Lesungen sind sehr interaktiv. Also wir spielen zum Teil die Geschichten nach. Ich hab dann Masken gebastelt oder ich hab die Requisiten dabei. So bei zum Beispiel Suppe ist fertig, ähm, hab ich dann, ähm, die Rüben und das Gras und, äh, deren Knochen und all diese Dinge, also nicht in echt, aber als, als Pappe, ähm, oder als, ja, nachgebildet, ähm, als Requisiten dabei und einen großen Topf und dann kochen wir diese Suppe nach und spielen diese Geschichten nach.
Intro Und das sind-- wär jetzt für Zweijährige ist das dann natürlich noch zum Teil sehr, also zu komplex. Was, was, was haben wir noch? Also ich les natürlich zuerst die: Geschichte und die, zeig die Bilder in der Regel über, über Beamer, dass man so groß die Bilder sehen kann. Ich habe manchmal Fehlersuchspiele dabei, dass wir die uns die Bilder noch mal angucken und ich hab dann in den Bildern was verändert. Intro: Also da hat er dann das Kind 'n Schnurrbart oder, ähm, das Pferd 'ne Brille auf oder ähnliche Dinge und, oder ich hab die Farben verändert oder irgendwas weggelassen und dann suchen wir das und die Kinder entdecken das sehr schnell. Also die haben 'n sehr genauen Blick und dort meine, meine Bilderbücher oder die Pappbilderbücher sehr, ja, wie soll ich sagen, stringent aufgebaut sind und der, und das Setting sich ja oft nur marginal ändert, ähm, ist das für die Kinder einfach ein leichtes dann da auch natürlich die Fehler zu entdecken.
Intro Und Dann zum Teil, ähm, klatschen, stampfen wir, wir, wir, wir bewegen uns. Also jetzt bei Rutschtagstag zum Beispiel, da, da stapfen wir die Rutschen hoch und, ähm, wir staksen hoch und wir tipseln hoch wie das Wiesel und verstellen unsere Stimmen. Und,: ähm, ja, also es ist eigentlich- Dr. Stefan: Rufen Intro: da alle mal: „ Dr. Stefan: Doing, doing, doing", Intro: um das nachzumachen. Intro: Genau, wir hüpfen. Genau, wir machen praktisch dann die Laute mit unserem Körper nach. Ähm, ich zeichne zum Teil auch. Es ist eigentlich immer ein bisschen unterschiedliches Programm, je nachdem, welches Buch es ist und was das Buch auch hergibt, also was man damit auch machen kann dann in der Praxis. Dr. Stefan: Jetzt stelle ich mir gerade Susanne vor, wie sie wie Miraculix, äh, frisches Gras sicelt, um das dann für Suppe ist fertig irgendwie bereit zu haben. Dr. Stefan: Ich frage mich, wie kriegt man jetzt immer frisches Gras? Aber gut. Intro: Es ist Ostergras. Dr. Stefan: Ach so. Susanne Strasser: Spoiler, dass ihr mal. Dr. Stefan: Aha. Ja, Mr. Ralf: nicht, dass dann noch Intro: irgendein Mr. Ralf: Kindergartenkind in den Zaubertrank fällt und wer weiß, was das für Folgen haben kann. Oh weh, oh weh, oh weh. Susanne Strasser: Es ist aber tatsächlich eine Art Zaubertrank, weil, ähm, also wir kochen die Suppe danach und wir spielen dann, dass wir die Suppe probieren und dann, ähm, animiere ich die Kinder und sage: „So, jetzt will ich das lauteste Bäh und das, äh, die längsten Zungen sehen."
Susanne Strasser Und das ist natürlich eine: Steilvorlage für die Kinder und wir zählen dann bis drei und dann wird dann laut gerufen und Bäh geschrien. Und danach ist uns natürlich allen furchtbar schlecht, weil die Suppe so schrecklich geschmeckt hat. Ähm, aber dann, ähm, muss ich ja irgendwie wieder zu dem guten Ende kommen. Susanne Strasser: Und dann, ähm, ist es so, dass ich tatsächlich, äh, in diesem Topf einen doppelten Boden drin habe und unten drunter unter diesen schrecklichen Zutaten versteckt sich was Gutes. Und, ähm, dann lasse ich die Kinder einen Zauberspruch eben sich ausdenken, wie wir diese Ekelsuppe in was Gutes verwandeln können. Susanne Strasser: Und wir zaubern dann und die Kinder, also grad wenn sie auch noch sehr klein sind, dann, die sind dann echt, ähm, wirklich verzaubert, wenn ich dann mit der Suppenkelle in dem Topf rumrühr und dann kommt unten drunter vielleicht irgendwie, ja, je nachdem, was die Kindergärten erlauben, ist ja mittlerweile auch nicht mehr so einfach, vielleicht ein Stück Schokolade raus oder ein Müsliriegelchen oder egal. Susanne Strasser: Also was halt so im Rahmen der Möglichkeiten. Dr. Stefan: Selbstgekochten Schokopudding.
Susanne Strasser Genau.: Dann gibt es eben dann noch den Nachtisch zum Schluss. Mr. Ralf: Also ein richtiger kleiner Zaubertrick, Susanne Strasser: sozusagen. Mr. Ralf: Für die Kinder allemal. Wow. Dr. Stefan: Wunderbar. Mr. Ralf: Susanne Strasser kann nicht nur pappen, die kann auch noch schreckliche Suppe in köstliche Süßigkeiten verwandeln. Mr. Ralf: Unglaublich. Dr. Stefan: Jetzt gehen ja auch einige Illustratorinnen mehr und mehr sozusagen in die Comic-Ecke. Also, ähm, erzählen kannst du das. Ähm, das wäre, glaube ich, gar nicht das Problem und man ist dann von der Altersgruppe ist man dann halt im Grundschulalter schon mittendrin. Ähm, hat dich das je gereizt, ähm, oder vielleicht reizt es dich ja gerade, ich weiß es nicht, sozusagen einen, einen Comicband zu machen? Dr. Stefan: Oder wenn man jetzt, weiß ich nicht, der Sohn wird auch älter, Graphic Novel vielleicht. Intro: Also meine beiden Söhne, die sind, ähm, der Große wird jetzt dann 16. Also dieses Kind, für den ich das so weit oben gemacht hab. Ja, das ist der Dr. Stefan: Graphic Novel dann. Ja. Intro: Genau. Dr. Stefan: Eine Romance Graphic Novel. Ja. Intro: Und der, der Jüngere ist zwölf.
Intro Ähm,: also Comic, muss ich sagen, ich find das ein wahnsinnig anspruchsvolles Medium. Es hat mich tatsächlich nie gereizt. Ähm, ich hab's mir tatsächlich lustigerweise gestern überlegt, als ich von Dresden zurückgefahren bin, weil ich, äh, dort, ähm, zwei Comic-Künstlerinnen dann auch kennengelernt hab, die auch eingeladen waren und hab mir Bücher von denen dann auch gekauft und hab die gelesen und hab mir gedacht, das ist so 'n ganz anderes Medium, so ganz anders wie ich arbeite, weil ich suche ja die Reduktion in meinen B-- Pappbilderbüchern und ich finde das im Comic 'n ganz anderes Herangehen. Intro: Also weil das auch im Bild ja viel mehr auserzählt Dr. Stefan: Ja, Intro: aber man kann beides. Man kann beides auch im Comic. Dr. Stefan: Nein, nein, man kann im Comic, also es gibt Solches und Solches. Man kann beides, aber klar. Genau. Also ich könnt's mir bei dir so wie du Bild aufbaust. Ich glaub, ich könnt's nicht. Intro: Also ich sag einfach, wie's ist. Intro: Ich glaub, ich könnt's
Dr. Stefan nicht. Das, das, das glaub ich. Also wenn ich die, die, die Sachen sehe, die ich von dir gesehen hab,: glaub ich, du könntst es, glaub ich, sehr wohl. Und es wären halt die Fragen, es, es müssen ja auch gerade beim Kindercomic nicht immer die riesigen, ähm, Geschichten sein, sondern dann letztlich ist es ja so, ähm, es gibt auch welche, die dann, ähm, drei Geschichten in einem Band haben und dann ist das auch gar nicht so viel anders, weil du hast dann auch, ähm, sag ich mal, du, du kannst ja auch so arbeiten, dass du zwei, drei Panels auf 'ner Doppelseite hast und dann kannst du natürlich auch, ähm, äh, auf den, wenn du hier 15 Seiten zur Verfügung hast, dasselbe könntest du auch machen. Dr. Stefan: Ja, das wär wahrscheinlich der Inhalt ist 'n anderer. Mr. Ralf: Stefan, ich glaube jetzt, wenn der Peter Hammer Verlag zuhört, der ist, der ist, der ist hin- und hergerissen. Auf der einen Ei..., Seite hat er wahrscheinlich Angst, dass jetzt Susanne Strasser morgen anruft und sagt: „Ach, nach dem Gespräch, ich hab jetzt doch 'ne Idee für 'n tollen Comicband." Dr. Stefan: Für 'n tollen Comic. Der Moritz Klein, da hat man die Nummer vom Moritz mal gleich hier anrufen und ob der nicht Lust hat, Mr. Ralf: ja. Oder andersrum, die sagen: „Ach nee, jetzt fangt ihr an mit Comic und das müssen wir, können wir doch gar nicht machen. Ist überhaupt nicht unsere Kernkompetenzen." Doch, Dr. Stefan: doch. Doch, doch.
Dr. Stefan Wir sagen „Lieber Moritz,: das ist jetzt deine Kernkompetenz." Also weil du hast ja die Susanne. Du weißt ja, 20 Sprachen. Überleg mal, der Comic ist ja schon in 20 Sprachen übersetzt. Fast. Fast. So gut wie. Also der Moritz Intro: wär für alles offen, glaub ich. Dr. Stefan: Ja, siehst du. Das ist, glaub ich, auch. Also insofern, wer weiß, wer weiß. Dr. Stefan: Also vielleicht, ähm, besuchst du den Comicsalon in Erlangen, der jetzt, äh, glaub ich, im, im, im Mai oder Juni ist, ähm, wo man auch ganz viele Anregungen haben kann. Ja, Mr. Ralf: aber ob wir wollten jetzt nicht in den Ruf kommen, dass die Kinderbuchpraxis die Gäste immer in irgendwas reinredet, Dr. Stefan: wo sie gar nicht hinwollen. Dr. Stefan: Nein, das nicht. Und plötzlich, äh, ist die Mr. Ralf: ganze Speaker 2: Kinderbuchwelt auf den Kopf gestellt. Dr. Stefan: Ja, wer weiß, was kommt. Ja, ich seh Susanne halt als so vielseitig, weil ich, ich traue ihr das so ohne, weil sie sagt, sie weiß nicht, ob das was wird. Ich seh, also ich seh sie da richtig, weil ich, äh, ich kann mir das total gut vorstellen, wenn ich mir ihre Bilder angucke und das angucke und sie Storytelling, so wie sie 'n Plot, äh, macht oder plottet oder so, wie man das nennt, ähm, da kann ich mir das total gut vorstellen.
Dr. Stefan Aber gut, ähm, Cut an dieser Stelle, sonst...: Mr. Ralf: Vergaloppieren wir uns in irgendeine Richtung und-- Dr. Stefan: Ja, ja, ja, ja, genau, genau, genau. Ähm, was wollten wir denn noch fragen? Äh, ich weiß gar nicht. Hatte ich noch was, ähm-- Mr. Ralf: Na, wir haben ja jetzt schon über das Thema Pappen bei, bei Peter Ammer vor allem und auch die, die illustrierten Bücher, die zum Teil eben bei anderen Verlagen erscheinen, wenn die Texte nicht von dir sind. Mr. Ralf: Ähm, w-wie, wie teilt sich das denn so auf? Ist sozusagen, machst du das abwechselnd oder gibt's da irgendeinen Rhythmus? Oder kommt es auf die, die Anfragen und die Zusammenarbeit mit den Verlagen drauf an? Wie entwickelt sich das so im Laufe der oder wird sich das so weiterentwickeln? beides parallel bleibt, so wie es ist? Mr. Ralf: Oder hast du da Vorlieben für eine der beiden Wege?
Intro Also ich, ähm, nee, ich hoff-- Also ich find grad eben die, die Kombination sehr schön, dass ich, ähm, also ich mach in der Regel einmal im Jahr dieses Pappbilderbuch. Ähm, da kommt jetzt dann auch im August wieder eines und, ähm-: Genau, mal schauen, wie lang wir das noch fortführen können, bevor sich alle irgendwie langweilen oder keine Ahnung. Intro: Ähm, solang's noch so erfolgreich ist oder ich mein, die, die Zielgruppe wächst natürlich auch immer nach. Das ist ja das Schöne dran. Ähm, führen wir das noch so fort, denk ich. Mal gucken. Und die Fremdtexte, also das, je nachdem, wie's halt kommt. Also das ist, äh, auch, ähm, die Anfragen kommen oder, ähm, das, das kann ich ja natürlich jetzt auch nicht so planen, aber, ähm, ja, also ich werd jetzt, wenn das Pappbilderbuch fertig ist, 'n, 'n Fremdtext illustrieren für 'n anderen Verlag, genau. Dr. Stefan: Du bist ja ziemlich fleißig. Also deine Produktion, also du machst ja schon immer 'n paar Bücher. Na ja, aber andere sagen: „Oh Gott, so viel würd ich gar nicht schaffen, wie die schafft." Also bist eine sehr vermutlich disziplinierte Arbeiterin? Intro: Nein, ich bin überhaupt, also kei-eigentlich keine fleißige. Ich hab eigentlich nicht so 'n Riesen-Output wie, wie andere.
Intro Also ich hab zwei bis drei Bücher im Jahr. Also das ist: jetzt, glaub ich, da haben andere viel mehr, die auch-- Ich bin auch ganz schlecht im Parallelarbeiten, weil ich vergrab mich dann so in so 'n Projekt und kann da auch, ähm, schwer, äh, dann parallel zwei Bücher machen. Also grad wenn ich mein, mein eigenes mach, ähm, fällt's mir sehr schwer, dann zwischendrin, ähm, 'n komplettes anderes Buch zu machen. Intro: Also andere Illustrationen, kleinere Sachen, das geht schon, aber, ähm, jetzt 'n komplettes anderes Buch. Ich mag einfach gern in, in die Geschichte eintauchen und da einfach so, ja, da vor mich hin, äh, leiden und leben und- Leiden. Oh Gott, Dr. Stefan: leiden. Es geht nicht voran und es ist, mir kommt überhaupt keine Idee und okay.
Intro Das hört sich immer so klischeehaft an, aber es ist schon auch mitunter so, ja, dass man, ähm, vielleicht einfach erst mal keinen, keinen Ansatz findet oder man hat 'n Ansatz, der aber dann nicht eben zu diesen, zu dieser überraschenden Wendung führt. Oder was könnte jetzt lustig sein? Wie könnt's unerwartet: sich wenden? Intro: Also das ist schon, schon manchmal so. Also es gibt schon so Leidensphasen. Also würd ich jetzt, äh, lügen. Dr. Stefan: Das macht dich ja auch sympathisch, dass es dieses Auf und Ab gibt und dass du ringst um dieses bestmögliche Ergebnis, weil wie, ähm, man so zwischen den Zeilen, glaub ich, hören kann, es schon so einen kleinen perfektionistischen Anspruch gibt, ne. Dr. Stefan: Also nicht irgendwie, sondern es muss auch nicht gut sein. Nein, es muss schon sehr gut sein, glaub ich, Intro: oder? Ja, ja doch, das ist schon so. Also das würden auch alle meine, alle, die mich kennen, das so, so unterschreiben. Also so 'n passt schon, das gibt's bei mir nicht. Dr. Stefan: Passt schon, ja. Ich glaub, man, man sieht es auch an deinen Ergebnissen. Dr. Stefan: Vielleicht ist das auch der Grund, warum's dann, äh, in 20 Sprachen übersetzt wird und mehrere Auflagen hat jeweils, weil's eben- Stimmt. -nicht nur gut ist, sondern es ist halt sehr gut. Das ist dann der Unterschied. Folglich, ähm, ist es die, äh, Queen der Papp-, äh, Königin der Pappe, ja. Also da sind wir doch wieder beim Anfang. Dr. Stefan: Ja,
Intro das: müssen andere beurteilen. Also ich hab mich natürlich über diesen, diesen Titel gefreut, aber Dr. Stefan: Ja, ja. Doch, doch. Also bei uns, wir, wir sprechen, äh, hier intern nur über die Queen der Pappe. Wir müssen gar nicht den Namen nennen. Immer nur über Ihre Exzellenz. Ja, wir müssen gar nicht den Namen nennen. Dr. Stefan: Strasser, wer, wer war-- Nein, die Queen der Pappe, da wissen wir schon genau, wer gemeint ist. Ja, ich Mr. Ralf: bleib bei der Königin, weil die Queen hatte gerade 100. Dr. Stefan: Todestag. Da kommen mir so komischen Ideen. Ach so, diese, diese, ja, aber die Queen der Pappe gibt's nur eine. Mr. Ralf: Ja. Aber Dr. Stefan: ja. Gut, als nächst, auf der nächsten, äh, nächstes Jahr in Bologna wirst du so 'n kleines Diadem wahrscheinlich tragen oder irgendwie so was. Dr. Stefan: Die Königin da, da dargestellt Susanne Strasser: ist. Eher nicht. Der Prophet im eigenen Land, sag Dr. Stefan: ich mal so. Ja, das stimmt. Das stimmt auch. Das ist nicht, das ist nicht leicht. Ähm, bist du eigentlich, äh, eine, eine Ur-Münchnerin oder ähm ... Susanne Strasser: Nein, bin ich nicht. Ich bin in der Nähe. Ähm, also ich bin in Erding geboren. Das ist ja so-- Das ist, äh, Oberbayern. Susanne Strasser: Für Hessen ist das alles eins. Dr. Stefan: Erdinger Moos. Erdinger Moos. Ich bin jetzt Susanne Strasser: selber Erdinger Weißbier, aber- Ich bin wirklich ein Mooskind.
Dr. Stefan Ein Mooskind, also auch schön. Ja,: dann vielen Dank, dass du uns die Ehre erwiesen hast, ähm, bei uns zu sein. Wir könnten noch stundenlang weiter sprechen, aber- Mr. Ralf: Wir hätten noch 'n paar Pappen, aber Dr. Stefan: Nein, ähm. Wir Mr. Ralf: haben ja schon welche vorgestellt. Dr. Stefan: Genau. Mr. Ralf: Und die Aussicht auf ein neues gibt's ja Dr. Stefan: auch. Ja, da freuen wir uns. W-w-wie heißt der Titel von dem nächsten? Intro: Also das wird heißen „Hatschi macht Giraffe". Dr. Stefan: Ach, sehr schön. Mr. Ralf: Mhm. Dr. Stefan: Gut. Mr. Ralf: Das kommt von ganz tief innen, Hatschi. Dr. Stefan: Hatschi. Bei der Mr. Ralf: Giraffe Intro: vor allem. Dr. Stefan: Ja, Hatschi. Wegen Mr. Ralf: dem langen Hals. Dr. Stefan: Das kann ich verstehen. Ganz genau. Ging mir, ging mir letzte Woche auch so, wo ich da jetzt dachte: „Ha, ha, ha, ha." Dann hat's so gekitzelt und so weiter. Jetzt ist nur noch ein wenig der Husten. Gut. Mr. Ralf: Dann Dr. Stefan: freuen Susanne Strasser: wir uns. Dr. Stefan: Wir freuen uns auf das nächste. Äh, erscheint natürlich auch bei Peter Hammer. Susanne Strasser: Genau. Dr. Stefan: Ja. Susanne Strasser: Ja, vielen Dank für die Einladung. Dr. Stefan: Gerne. Susanne Strasser: Der Dank gilt euch. Dr. Stefan: Und, ähm, dann bis ganz bald. Mr. Ralf: Ja. Susanne Strasser: Bis bald.