Kinderbuchpraxis

Kinderbuchpraxis

Kinderbuch und Jugendbuch - wir behandeln alle Themen.

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Intro: Die Kinderbuchpraxis. Hier behandeln Dr. Stefan und Mr. Ralf Themen rund ums Kinder- und Jugendbuch. Sie sprechen über aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt oder über Bücher, und zwar jeden zweiten Freitag. Mr. Ralf, das ist Ralf Schweikart. Dr. Stefan, das ist Dr. Stefan Hauck. Kai-Uwe Vogt: Lesen lernen ist ganz schön schwer. Kai-Uwe Vogt: Inge Bosse hatte eine Idee, um Kinder zu motivieren. Toll illustrierte Bücher mit kurzen Worten. Seit drei Jahren verfeinert sie mit ihrem Lauter Verlag das Konzept und damit Tür auf zur Kinderbuchpraxis. Dr. Stefan: Ja, herzlich willkommen Inge Bosse vom-- die Verlegerin vom Lauter Verlag. Mr. Ralf: Also nicht leiser, sondern lauter,

Dr. Stefan so wie man- Ja, hat auch mit Lauten zu tun, und zwar in ehrwürdigen Wolfenbüttel, das wir alle von der großen Bibliothek kennen. Ähm, und da ist Inge Bosse, hat,: ähm, einen Verlag gestartet, ähm, mit dem Schwerpunkt Lesen lernen mit kurzen Wörtern. Dr. Stefan: Ähm, ja, und vielleicht erst mal, ähm, kannst du das Prinzip, ähm, uns einfach mal in, in, in zwei, drei Sätzen erklären, was das Prinzip, ähm- Mr. Ralf: Lesen lernen mit kurzen Wörtern bedeutet Inge Bosse: Ja, ich ver-- ich versuche es in kurzen Sätzen und kurz zu halten. Also, ähm, es bedeutet, dass wir einfach-- Also vielleicht der Hintergrund ist, ich hatte eine Tochter, die enorme Schwierigkeiten hatte, ins Lesen zu finden und mir ist einfach beim Üben aufgefallen, dass wenn die Wörter lang sind, dann kriegt sie das Wort nicht zusammengeschliffen.

Inge Bosse Wenn sie aber kurz sind, also maximal vier Buchstaben zu dem Zeitpunkt, dann konnte sie mit ein bisschen Anstrengung die Wörter doch erfassen und das Wort dann auch entsprechend lesen. Das ist im Grunde genommen die Ausgangsbasis gewesen und ich habe mir für meine Tochter einfach Bücher gewünscht, wo die Wörter maximal vier Buchstaben sind, damit sie eben den Erfolg hat, jedes Wort schaffen zu können und nicht, äh, ich lese die langen,: du liest die kurzen und jedes Mal diskutieren wir, welches kurz und welches lang ist. Inge Bosse: So kam man irgendwie in meinen Augen nicht vorwärts. Deswegen habe ich mir eben einfach diese Bücher gewünscht gehabt und weil es die nicht gab auf dem Markt, habe ich gedacht, dann schreibe ich die jetzt selber. Und da habe ich ihr die Vier-Buchstaben-Bücher geschrieben. Das bedeutet, dass jedes Wort maximal vier Buchstaben lang ist. Inge Bosse: Und das hat tatsächlich geklappt. Und das Allercoolste war eigentlich, sie war wieder motiviert zu lesen. Vorher war immer: „Oh Gott, ich bin so müde", oder, "Ich muss noch unbedingt Zähne putzen oder Haare kämmen", wenn wir abends lesen wollten. Aber mit meinen Büchern hat sie dann tatsächlich gesagt: „Mama, welches Buch lesen wir heute?" Inge Bosse: Und das war so 'n wichtiger Moment für mich, dass ich gesagt habe, das Problem haben ja nicht nur, hab ja nicht nur ich, sondern auch andere Eltern mit ihren Kindern, wo das Lesen nicht zufällt. Ähm, ich gründe jetzt 'n Verlag. Dr. Stefan: Also ein langes Wort ist erst mal 'ne Hemmschwelle. Inge Bosse: Auf jeden Fall. Es ist nicht nur optisch 'ne Hemmschwelle, weil eben, äh, man denkt: „Oh Gott, ich weiß gar nicht, wo es anfangen soll."

Inge Bosse Das ist wie so 'n Wollknäuel mit ganz vielen: Knoten, wo man denkt: „Oh Gott, das schaffe ich eh nie. Äh, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll." So ist das im Grunde mit diesen langen Wortketten eben auch. Und tatsächlich sind eben in erst diese Bücher auch wirklich oft lange Wörter drin, ähm, sodass diese Kinder schon von der Menge des Textes und auch gerade von diesen langen Wörtern einfach überfordert sind. Inge Bosse: Und das kennen wir ja selber auch. Wenn wir überfordert sind, reißen wir uns da ja nicht unbedingt drüber. Mr. Ralf: Jetzt gibt's aber auch schon in der deutschen Sprache ja relativ komplexe Gefüge, auch in Vier-Buchstaben-Worten. Also Kiel zum Beispiel wird ja nur mit drei Buchstaben gesprochen, weil das, äh, E ein, ein Dehnungs-E ist oder das I verlängert, aber ein Wort wie Wind zum Beispiel, da sind ja alle vier Buchstaben auch bedeutungstragend beziehungsweise lauttragend. Mr. Ralf: Das

Inge Bosse ist ja schon nicht so einfach. Genau, da sind wir nämlich dann auch bei den Themen mit den Lauten. Ähm, wie du es gesagt hast, das lange I, das ist ja sozusagen das I E und das ist, ähm, bei Leseanfängern, die sozusagen jetzt die Buchstaben erkennen können und das auch: total toll finden, aber da einfach Schwierigkeiten mit haben. Inge Bosse: Also und das ist auch nicht, was die Kinder sich aussuchen, sondern die, den einen, die können die Buchstaben gut und schnell erkennen und manchen, die brauchen einfach länger, bis sie sozusagen die Laute dazu geordnet haben. Also da sind wir ja sozusagen jetzt von der Buchstaben- auf die Lautebene gekommen. Inge Bosse: Also wir müssen ja nicht nur den Buchstaben erkennen, wir müssen eben auch den Laut dazu ordnen können. Und gerade wenn wir Lautverbindungen haben, wie das lange I oder das Ei oder Au oder auch das St, Sp, dann ist das oft, dass Kinder das vergessen. Das heißt gar nicht, dass sie das nicht kennen und nicht wissen, sondern in dem Moment denken sie da nicht dran, weil sie die meisten Buchstaben eben einzeln betrachten. Inge Bosse: Betrachten sie die Buchstaben eben bei den Wörtern auch einzeln, dann lesen sie K, U und haben eigentlich alles richtig gemacht. Ist ja 'n A und ist 'n U. Sie haben aber in dem Moment eben die Lautverbindung vergessen. Mr. Ralf: Mhm.

Inge Bosse Und da wollen wir einfach die kurze Konzentrationsschwierig, äh, die Konzentrationsspanne von Kindern einfach effizienter nutzen, dass wir einfach die Laute markieren, also ein A und ein U, das wäre sozusagen markiert.: Inge Bosse: Äh, und somit ist das gleich als Einheit oder auch Besonderheit erkennbar, sodass die Kinder gleich sehen: „Ah ja, hier muss ich ja noch mal nachdenken. Hier war was Besonderes." Und dann haben wir K, Au, M und schon haben wir das Wort kaum. Dr. Stefan: Mhm. Hast du da 'ne Reihenfolge, also welche Worttypen bei dir zuerst kommen und welche später kommen? Dr. Stefan: Also so 'n bisschen so 'n, so 'n Reihenfolge, so 'n Stufenplan? Inge Bosse: Nein. Ähm, außer was mich natürlich begrenzt, sind die Wortlängen, weil ich ha-fang ja an mit Büchern, wo die Wörter zwei Buchstaben lang sind. Da haben wir ja sozusagen, ich weiß gar nicht, ob ihr das denn hier seht, aber wir haben zum Beispiel ja im, am, um. Inge Bosse: Hier sind die ganzen Wörter zwei Buchstaben lang, sodass wir im Grunde genommen 'ne relativ geringe Auswahl an Wörtern haben, weil es gibt einfach nicht so viele Wörter, die zwei Buchstaben lang sind. Aber aus diesen Wörtern, die ich gefunden habe, hab ich eben versucht, einen lustigen Comic zu machen, sodass man tatsächlich erst mal 'n Gespür fürs Zusammenschleifen bekommt, was gerade bei LRS-Kindern eben auch 'n Thema ist.

Inge Bosse Die buchstabieren lieber, als dass sie dann, die sagen A, M und W,: O statt Wo und Am, also das Zusammenschleifen. Und das kann man eben mit den zwei Buchstabenbüchern und 'ner lustigen kleinen Geschichte einfach mal bewusst machen und auch trainieren, ohne dass es gleich so viel ist. Dr. Stefan: Also wo geht's Inge Bosse: bei Im, Am, Dr. Stefan: Um? Dr. Stefan: Um was geht's da? Also inhaltlich so, weil du sagst, du hast 'n Inge Bosse: Comic gemacht. Also, ähm, ich-- Genau, das ist 'n Comic. Und zwar sind da zwei Hasen. Wir haben einmal 'n Hasenlehrer und 'n Hasenschüler und, ähm, die bringen sozusagen, der Lehrer bringt dem Hasenschüler mit den Präpositionen das Zaubern bei und er zeigt das eben als Erstes anhand der Präpositionen, da zaubert er was und dann ist der Schüler dran, der hat erst gar keine Lust und dann macht er sich aber 'n Scherz draus, indem er sozusagen mit den Präpositionen was anderes zaubert, was eben 'n bisschen witzig ist.

Mr. Ralf Mhm. Das mit zwei, also gerade mit, äh, Wörtern, die nur aus zwei Buchstaben bestehen, das ist ja, klingt so, als gäb's da wahnsinnig viele. W-womöglich gibt's da auch im Deutschen ganz schön viele. Die verbinden sich aber noch nicht so ganz automatisch zu auch einer, einer Geschichte. Es scheint mir schon: eine große Herausforderung zu sein, das so sklavisch in den Büchern, die nun eben auch diese Wortanzahl als markantes Symbol auf dem Titel tragen, sich das so, so umzusetzen. Mr. Ralf: Wie schwierig ist das denn, wenn du dich da jetzt dran setzt und sagst: „So, ich mach jetzt mal 'ne Geschichte aus zwei Wort, äh, zwei Buchstaben Worten. Die muss jetzt irgendwie auch noch Sinn ergeben." Ähm, ja, wie, wie gehst du da vor und wie schwierig ist das? Inge Bosse: Also es ist tatsächlich eine Herausforderung. Ich habe also zwei Titel in dem Zwei-Buchstaben-Bereich. Inge Bosse: Ähm, vielleicht darf ich noch mal ganz kurz auf die Wortmengen und so, die einem so zur Verfügung stellen, eingehen. Ich habe hier-- ich habe mir mal die hundert häufigsten Wörter der deutschen Sprache genommen, und zwar jene hundert häufigsten Wörter, mit denen die Akademie für Leseförderung in Niedersachsen, Hannover arbeitet.

Inge Bosse Ähm, die fördern das Lesen und arbeiten mit den hundert Häufigkeitswörtern einfach mit dem Hintergrund, dass sie sagen, wenn die gut sitzen und die Kinder diese erkennen können, dann haben sie schon mal ein gutes Repertoire, um unbekannte Texte zu lesen. Diese habe ich mal nach Längen sortiert und: hier sind die hundert häufigsten Wörter und hier sind, ist das als Diagramm, als Tortendiagramm dargestellt. Inge Bosse: Und da kann man sehen, dass zwölf Prozent der hundert häufigsten Wörter zwei Buchstaben lang ist. Drei Buchstaben lang sind sechsunddreißig Prozent. Das heißt, wir haben maximal drei Buchstaben, achtundvierzig Prozent, also schon fast die Hälfte der hundert häufigsten Wörter sind maximal drei Buchstaben lang. Inge Bosse: Bei maximal vier sind wir bei siebenundsiebzig Prozent, bei maximal fünf zweiundneunzig Prozent. Also vielleicht anhand der Zahlen kann man ein Stück sehen, dass kurze Wörter gar nicht so selten sind, auch wenn wir im Deutschen gerne Kompositas benutzen. Aber diese Basis bilden eben dann tatsächlich kurze Wörter. Inge Bosse: Und ich finde, wenn man sich das mal evolutionstechnisch, äh, bewusst macht, würde man sagen, es macht, ergibt Sinn, dass wir die Wörter am häufigsten nutzen, die kurz sind, weil sonst würden wir noch länger reden. Dr. Stefan: Och, Erstlesebücher. Inge Bosse: Genau. Also dann haben wir sozusagen 'ne gewis-- habe ich eine gewisse Anzahl an Bü-- an Wörtern, die ich, äh, pro Wortlänge sozusagen benutzen kann oder möchte maximal.

Inge Bosse Äh,: bei den zwei Buchstaben ist das natürlich 'ne, war das eine coole Herausforderung. Also nachdem das mit den dreien besser geklappt hat als gedacht, dachte ich so zwei wäre jetzt hier noch mal so. Ich habe es tatsächlich auf zwei Bücher gebracht, also das Buch Ei um I. Da habe ich weniger Wörter, die sich häufiger wiederholen. Inge Bosse: Und bei Im Am Um, da kann man ganz schön das Zusammenschleifen üben, weil auf mehreren Seiten sich, ähm, immer nur ein Buchstabe erst mal ändert, sodass man von im zu am zu um und dann, äh, so weiterkommen kann. Damit man bewusst macht, ein Buchstabe ändert sich nur, wie verändert sich der Klang. Dr. Stefan: Wobei das jetzt so ist, also die, die, unsere Zuhörer können es ja nicht sehen, aber bei dir, ähm, erzählt ja das Bild weiter.

Dr. Stefan Das Bild erzählt ja mit. Also nicht, dass man sich jetzt denkt, ähm, es gibt nur einen Text, äh, mit im, um, an, sondern es ist ja so, dass der, die Bilder erzählen ja und dann ist, was weiß ich dann, dann fällt, ähm, beim Zauberer der Deckel zu und dann sehen wir das Wort zu. Also das sind dann schon, ähm, diese, die, der, dass der große Bildanteil, der eben weiterhilft: und motiviert und erklärt und erläutert und uns selber erzählt. Inge Bosse: Auf jeden Fall. Da haben wir eben diese beiden Ebenen. Einmal das Lesen und auch das Bild, dass das eben, äh, das unterstützende Lesen macht und auch einfach noch mal auch so, dass man dadurch auch auf die Geschichte erzählen kann, dass man sagen kann, was fällt denn hier zu? Oder was ist denn jetzt hier an und was ist denn hier am? Inge Bosse: Sodass man wirklich noch mal im Bild über das Wort reden kann. Weil ich denke mal, wenn man da länger drüber redet, dann bleibt das auch noch mal bewusster im Kopf. Und nach zwei haben wir dann sozusagen drei. Da sind dann die Wörter drei Buchstaben lang, dann maximal vier und dann mit der letzten Reihe, das ist die Fünf-Buchstaben-Reihe. Inge Bosse: Da haben wir die Wörter dann maximal fünf Buchstaben lang. In allen Büchern markieren wir eben diese Lautverbindungen, damit die bewusst werden. Und es ist natürlich nachvollziehbar, dass wenn die Wörter länger werden, dann haben wir natürlich auch immer mehr Lautverbindungen, die markiert werden. Also im Drei-Buchstaben-Buch ist natürlich kein Sch drin, weil das wäre in dem Sinne ja kein Wort.

Inge Bosse Aber da hätten wir das Au, das Ei, das I-E und das Ch. Und von daher ergibt sich: eigentlich die Sortierung eher durch die Wörter, die mir zur Verfügung stehen, als eben die, äh, die Wörter, die ich gerne nehmen möchte. Mr. Ralf: Zu den Erstlesereihen, also außerhalb von, von deinem Ansatz, ja eher so 'ne Zuordnung zu Altersgruppen, also quasi erste Klasse, zweite Klasse, dritte Klasse. Mr. Ralf: Die hast du ja bei deinen Sachen nun gar nicht, sondern du zählst ja im Grunde die Wortlängen nach oben durch. Gibt's da auch 'ne Empfehlung, wie, wie Kinder dann sich sozusagen vom Einstieg weiterentwickeln können? Gibt's da, wenn sie das super auswendig können und alle drei Buchstaben Worte flüssig können, dann ist jetzt Zeit für vier Buchstaben?

Inge Bosse Ich denke auch, also, ähm, erst mal ist es mir ganz wichtig, dass die Bücher nicht nach Alter beschränkt sind, weil wir haben natürlich Kinder, die teilweise schon v-- mit vier Jahren die Zwei-Buchstaben-Bücher lesen, einfach weil sie so emsig und eifrig und wissbegierig sind. Aber es gibt natürlich auch gerade im Förderschulbereich eben auch Kinder, wo es nicht so leicht: zufällt oder auch Kinder mit LRS, wo man einfach sagt, wir machen es einfach langsam und in deren Tempo. Inge Bosse: Hauptsache, sie haben die Motivation, ich kann es schaffen. Und bevor sie gar nicht lesen, finde ich es wichtig, dass sie dann eben die kurzen Wörter lesen, weil ich sage mal, wenn wir die in oder an, dann haben wir schon eine Vorsilbe, die wir erkennen können. Und so trainieren wir eben wenigstens auf deren Niveau sozusagen das, was sie können. Inge Bosse: Und zum Inhalt ist es mir wichtig gewesen, dass natürlich auch Erwachsene die Bücher gerne lesen möchten und die immer auch ein bisschen witzig und so ein bisschen ironisch sind, weil ich finde, wenn ein Kind zum Erwachsenen kommt und sagt: „Ah, Mama, können wir das Buch wieder lesen?" Und der Elternteil denkt so: „Och, bitte nicht dieses dumme Buch wieder", dann spürt das Kind das natürlich auch.

Inge Bosse Und wenn es ein Buch ist, wo man sagt „Hey, das lese ich gerne mit", weil zum Beispiel, das können wir gut im Dialog lesen, also die Zwei- und die Drei-Buchstaben-Bücher, das sind ja Comics, so was wie mit Sprechblasen arbeiten, weil wir, ähm, keine Fließtexte aufgrund der wenigen Verben haben in der dritten Person Singular, ähm, haben wir weiße und schwarze Sprechblasen und kann einer weiß lesen und der andere: schwarz. Inge Bosse: Und das lesen wir dann im Dialog und das feiern die Kids voll ab. Also das lesen sie auch noch mit elf total gerne noch mal so als Nachttischbuch, wenn's leicht geht. Ein Nachttischbuch. Also mir war wichtig, dass die Inhalte einfach tatsächlich ein bisschen breiter gefächert sind, sodass auch in der fünften Klasse die Bücher noch gerne gelesen, zum Beispiel im Förderschulbereich oder eben auch, ähm, im Erwachsenenbereich vielleicht. Inge Bosse: Wir haben aber tatsächlich auch einen Titel bisher nur, ähm, der extra für Jugendliche ist, sodass wir tatsächlich auf dieses Thema: Hey, wir bräuchten eigentlich Inhalte, die deren Lebenswelt irgendwie widerspiegeln, auch, ähm, aufgreifen. Mr. Ralf: Und das, das sind dann Fünf-Buchstaben-Worte, glaube ich, die- Inge Bosse: Nein, das ist tatsächlich ein Vier-Buchstaben-Buch. Mr. Ralf: Vier-Buchstaben-Wort. Dr. Stefan: Solo Herz. Solo Herz Inge Bosse: heißt das Dr. Stefan: Buch. Genau. Inge Bosse: Vielleicht noch mal einfach so. Ja genau. Es ist Se-- Solo Herz, nimm dich in Acht. Und da geht es dann so ein bisschen Party, sich kennenlernen, Liebeskummer, Herzschmerz. Party hat schon Mr. Ralf: mal fünf Buchstaben. Inge Bosse: Was? Mr. Ralf: Party hat schon mal fünf Buchstaben. Inge Bosse: Aber wir benutzen auch das Wort Fete. Dr. Stefan: Fete.

Mr. Ralf Ah.: Party ist 'ne Fete, damit's Dr. Stefan: passt. Man, man merkt es tatsächlich gar nicht, sondern hier: Fete im Club. Zoe geht mit Mia hin. An der Bar lädt Jun sie auf ein Bier ein. Von da an hält er sich nur noch bei Zoe auf. Also sind sie nun ein Paar und so. Also da, da merkt man gar nicht, dass es jetzt tatsächlich nur vier- Mr. Ralf: Gut, Aperol Spritz geht nicht. Mr. Ralf: Bier schon, Cola auch. Wasser geht auch nicht. Dr. Stefan: Ja. Mr. Ralf: Ja, das-- Ich sehe schon, äh, Herausforderungen überall. Dr. Stefan: Ja, man muss ein bisschen überlegen, Mr. Ralf: ja. Kevin geht auch nicht, der hat fünf Buchstaben. Inge Bosse: Nee, aber Mo und Zoey und June und- Und Max Dr. Stefan: ginge. Und da ging ja einiges. Moritz nicht. Ben, genau. Nee, Moritz nicht. Das ginge nicht.

Dr. Stefan Nee, man muss eben gucken, aber es fällt einem ja dann hinterher gar nicht auf. Wie, wie probierst du denn da rum? Also, äh, wie me-- woran misst du, ähm, das passt, das wirkt? Also wo du guckst, Genauigkeit, Tempo, Motivation, Textverständnis. Also muss ja 'ne Einheit sein.: Wie gehst du da vor beim, beim Texten, beim Dichten, beim Zusammenfügen, Textbild und so weiter. Inge Bosse: Also im Grunde genommen, ich glaube, das Wichtigste ist erst mal, dass man 'ne Grundstory hat, die man gerne schreiben möchte. Also zum Beispiel jetzt nur für im September sollen ja auch wieder Bücher erscheinen. Ähm, dann sage ich: „Okay, welches, äh, welche Begrenzung hätte ich gerne? Drei oder vier Buchstaben oder fünf Buchstaben?" Inge Bosse: Also was für 'n Buch soll das werden? Ich-- Kommt jetzt ein Fünf-Buchstaben- und, äh, Drei-Buchstaben-Bücher kommen noch mal raus, ähm, wo ich dann sage: „Okay, da hab ich hier dann 'ne Begrenzung." Dann hab ich-- Bei den kurzen Wörtern ist es tatsächlich eher so, dass ich sage: „Was hab ich für Wörter und welche finde ich so markant oder irgendwie so cool, dass ich daraus 'ne Geschichte kreieren möchte?" Inge Bosse: Und dann versuche ich mich da rum und das kann durchaus eineinhalb Jahre dauern, bis ich dann irgendwie zufrieden bin mit dem, was da rausgekommen ist. Bei den Fünf-Buchstaben-Büchern ist es dann schon wieder ein bisschen einfacher, weil ich einfach doch tatsächlich auf deutlich mehr Wörter zurückgreifen kann, die die Geschichte dann schreiben können.

Inge Bosse Aber wenn das-- Manchmal ist es tatsächlich trotzdem so,: dass der Satz dann so nicht funktioniert. Ähm, wenn ich ihn gar nicht hinkriege, muss ich dann schauen: Ist er eigentlich für die Geschichte notwendig? Weil im Erstlesebereich versuche ich eh nicht, über fünftausend Zeichen zu kommen, was schon auch nicht viel Text ist, um 'ne inhaltlich, ähm, umfangreiche Geschichte zu schreiben. Inge Bosse: Von daher muss ich mich eh reduzieren, um in der Geschichte irgendwie was Cooles in der Zeit oder an der Zeichenanzahl 'ne coole Geschichte zusammengeschnitten zu haben. Mr. Ralf: Jetzt wollen wir aber auch nicht vergessen, du hast ja nicht nur die Worte zur Verfügung und baust dann aus den jeweiligen Worten, die dir zur Verfügung stehen, einen Text, sondern du bist ja auch diejenige, die das Ganze in einen Comic umsetzt. Mr. Ralf: Also du bist ja auch die Illustratorin. Du bist ja diejenige, die beides aus einer Hand macht. Die Dr. Stefan: Autorin. Mr. Ralf: Auch. Die Dr. Stefan: Herstellerin.

Mr. Ralf Ja. Ähm, ist da zum Beispiel die Bildgeschichte vor dem Text da oder erst der Text, dann das Bild, beides zusammen? Wie, wie entwickelst du denn aus den,: den Konglomerat an möglichen Worten oder Lieblingsworten oder, ähm, speziellen Dingen, die dich inspirieren zu einer Geschichte, dann eine, eine auf Buchlänge funktionierende Geschichte? Inge Bosse: Äh, eigentlich ergibt sich das teilweise durch den Text. Oder ich hab irgendwie schon 'ne Seitenzahl, die ich favorisiere, dass das nicht so umfangreich ist. Zum Beispiel bei den Drei-Buchstaben-Büchern wollte ich nicht über achtundzwanzig Seiten gehen, weil die vorhandenen Drei-Buchstaben-Bücher, die waren teilweise schon zu umfangreich. Inge Bosse: Also man hat sich zwischen den Zwei- und den Drei-Buchstaben-Büchern einfach noch mal 'n Buch dazwischen gewünscht und vor allem hat man sich gewünscht, dass sich-- grad der Buchhändler hat sich gewünscht, dass die kleiner sind, weil die DIN-A4-Bücher eben nicht ins Erstleseregal wohl passen würden.

Inge Bosse Deswegen kommen die jetzt auf 'm A5-Format, die nächsten. Und, ähm, es war tatsächlich so, dass ich da gerne doch 'ne Reihe wollte und nicht nur wieder ein einzelnes Buch. Und so ist das jetzt auch wieder, sind das drei Buch-Bücher, die aufeinander zugreifen und ich auch: tatsächlich das erste Mal das Präteritum benutze, weil ich einfach mehr Verben habe. Inge Bosse: Es ist kein Comic, sondern tatsächlich eher was Poetisches, etwas Gedichtsformes-formendes sozusagen, was aber Mit allen drei Büchern sozusagen ein bisschen übereinander greift. Und manchmal habe ich die Bilder schon teilweise im Kopf oder weiß, wie ich das dann umsetzen will. Oder es ergibt sich dann, ähm, einfach durch den Text, dass ich schaue, was ist hier markant drin und was möchte ich jetzt visuell darstellen, damit es so neugierig macht, dass man den Text lesen möchte. Mr. Ralf: Jetzt hast du gerade schon den Buchhandel angemerkt, dass der spezielle Vorlieben, was das Format angeht, hat und dir da ein paar Tipps gegeben hat. Der muss ja aber erst mal grundsätzlich sagen: "Ich bin von dieser Idee ja total überzeugt, dass ich die Bücher auch zu mir in die Buchhandlung nehme." Ähm, wie einfach und oder schwierig war das denn, den Buchhandel da zu überzeugen?

Inge Bosse Also ist tatsächlich einfach auch immer noch schwierig, weil es so neu und so anders ist. Also vor allem ist immer dieses Thema, wir arbeiten ja mit: Silbenmarkierung und ich arbeite mit Lautmarkierung. Das ist, ähm, für viele erst mal so Neuland. Ähm, ich versuche das dann so zu erklären, dass ich sage, die Silbenmarkierung, die gibt es ja nun schon seit fast zwanzig, fünfundzwanzig Jahren. Inge Bosse: Ähm, die Lesekompetenz ist aber in den letzten Jahren radikal gesunken. Das heißt, wir müssen die Kinder einfach, ähm, viel früher abholen. Und unabhängig davon sind ja auch die Kinder viel diverser geworden. Also ob nun mit, äh, Migrationshintergrund oder LRS oder sonst wie. Also die haben ja teilweise einfach 'ne ganz andere individuelle Biografie, ähm, sodass die manchmal für Lesen gar nicht mehr so viel Energie übrig haben und ich deswegen auch total hinter meinen Lautmarkierungen stehe, weil ich einfach sage, wir müssen sie früher abholen, denn die Lautverbindungen müssen sicher sitzen, damit wir auf die Silbenebene kommen.

Inge Bosse Das ist aber was, was ich erst mal erklären muss und den Leuten verdeutlichen muss. Und wenn man denen das erklärt, ist auch oft ein Verständnis für da und auch ein Aha-Moment. Auch mit denen, dass die kürzesten Wörter der deutschen Sprache tatsächlich häufig sind.: Es kann ich natürlich mit dieser tollen, dem tollen Diagramm und diesen Werten irgendwie ganz schön aufzeigen. Inge Bosse: Und da kommt dann auch ein Aha-Moment. Beim Buchhandel ist es immer noch alles so neu, aber tatsächlich bei den ganzen Grundschullehrerinnen oder Förderschullehrerinnen, die ich erreiche, die feiern das voll ab. Und das ist natürlich irgendwie-- Oder auch die Lesementorinnen. Da habe ich ganz tolle Rückmeldungen bekommen. Inge Bosse: Das ist natürlich irgendwie was, was einen befeuert und irgendwie, ähm, wo man dann auch denkt: „Okay, dieser ganze Aufwand, finanziell und zeitlich, ähm, lohnt sich in der Hinsicht, dass ich einfach Kinder zum Lesen führe." Weil es ist eine Schlüsselkompetenz. Wir reden nicht vom Fahrradfahren oder Geige spielen oder Geschichtsunterricht, sondern wirklich lesen ist ja wirklich essenziell für die Schulbildung, vielleicht auch für die berufliche Bildung, für autarkes Informationseinholen. Inge Bosse: Also hier finde ich, dürfen wir die Kinder nicht verlieren, indem wir zu schwierige Wörter hatten, sondern eben wir müssen sie mitnehmen und wenn's langsam ist.

Dr. Stefan Du hast da eben von gesprochen von den Rückmeldungen, die aus der Lehrerschaft kommen. Was, was sind das so: für Rückmeldungen? Weil die sind ja für dich dann auch wichtig. Inge Bosse: Also die Rückmeldungen sind einfach, ähm, dass es funktioniert, dass sie also oft haben sie ja eben tatsächlich auch ein, zwei leseschwache Kinder in der Klasse, wo sie einfach sagen, es funktioniert total super. Ähm, in unseren zehn Minuten Lesezeit sind diese Bücher ständig unterwegs, weil gerade die drei Buchstaben Bücher, die können im Dialog gelesen werden. Inge Bosse: Das heißt auch lesestarke Kinder lesen sie eben dann mit leseschwachen Kindern und ohne dass das jetzt merklich ist, dass da ein Unterschied, 'n Unterschied ist, sondern können beide eben profitieren dann einfach davon, dass sie lesen und damit 'ne Flüssigkeit und auch, ja, 'ne Wieder-- die Wiederholung macht ja, dass wir sie abspeichern im Sichtwortschatz. Inge Bosse: Also es-- tolle Rückmeldung eben, ähm, dass es mit den Lautmarkierungen hilfreich ist am Anfang, weil eben die oft vergessen werden und dann gerade für Kinder mit, wo Deutsch die Zweitsprache ist eben, dass die Buchstaben eh 'ne Schwierigkeit sind, dass die Laute einfach, dass sie markiert sind, ist einfach eine große Hilfestellung.

Dr. Stefan Hast du dann: vor, sage ich mal, ähm, vielleicht da im nächsten Schritt auch zu Sechs-Wort oder Sieben-Wort zu gehen? Nee. Inge Bosse: Nein, das, das werde ich nicht, weil ich einfach sage, ähm, bei den Fünf-Buchstaben-Büchern sind einfach die, die Menge an Wörtern, die ich verwenden kann, haben wir schon 'n relativ großes Repertoire. Inge Bosse: Ähm, und oft sind ja dann viele Wörter wie wenn man sagen lesen kann und an, dann kann man ansagen oder aufsagen. Also sind ja dann oft mit diese Kompositas eben, dass wir Vorsilben ranhängen. Mir geht's wirklich darum, dass die Kinder verstanden haben, wie das Lesen an sich funktioniert, dass wir zusammenschleifen, dass wir bestimmte Laute haben, dass wir das trainieren und einfach das Lesen auf 'ner kurzen Ebene, äh, bewusst machen.

Inge Bosse Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn die im Fünf-Buchstaben-Bereich sicher lesen können, dann steht diese großartige Buchwelt, die wir ja auch haben, irgendwie ihnen offen. Und für 'n Leseverständnis brauchen wir ja nur fünfzig bis siebzig Prozent der Wörter wirklich richtig zu lesen. Von daher denke ich, das ist dann ausreichend abgedeckt und dann können sie sich einfach, sie wollen sich: ja dann auch, äh, weiter fördern, sich-- Also Kinder wollen ja auch irgendwie Grenzen wieder sprengen und ich glaube, dass wir hier einfach 'n guten Start geben und, ähm, dann können sie auf die Silbenmarkierung gehen und da gibt's ja dann auch wieder superviel Bücher, die sie dann auch weiter entdecken können. Inge Bosse: Jetzt Mr. Ralf: gibt's ja natürlich viel lesepädagogische Hilfsmittel, grade auch für den Erstlesebereich schon. Es gab auch früher schon immer Erstlesereihen, die von pädagogischen Begleitungen- Da war ein Professor. Da war ein Professor dabei. Für jede Reihe ein Professor. Genau. Da war immer einer, der da irgend so was, äh, der die, die Wirksamkeit und die ideale Form der Erstlesebücher des jeweiligen Verlages propagiert hat.

Mr. Ralf Ähm, jetzt die Frage Ist denn dran gedacht, da jetzt auch so 'ne Art Evaluierung hinter dein Projekt zu stellen und zu sagen, wir probieren das jetzt noch mal auf 'ner anderen Ebene aus, über die positiven Rückmeldungen aus Schule und Buchhandel hinaus und können jetzt mit, mit belegbaren Zahlen zeigen, wie gut das: funktioniert? Inge Bosse: Also das wäre natürlich auch 'n Traum, den ich hätte. Ähm, ich hatte auch überlegt, also das ganze System hab ich jetzt Kurzwortsynthese genannt, also über die Wortlänge eben ans Lesen kommen. Ähm, ich würde das, wollte das super gerne auch schon anfangen zu evaluieren mit, äh, Schulen, die sich so positiv zurückgemeldet haben, die das tatsächlich irgendwie in ihr Schulkonzept aufnehmen wollen. Inge Bosse: Ähm, tatsächlich, ich bin ja ein Ein-Frau-Betrieb. Das heißt, ich, wie du ja vorhin schon gesagt hast, ich schreibe die Bücher, ich illustriere die Bücher, ich verlege die Bücher. Ich habe aber auch noch einen Brotjob, der das Ganze finanziert momentan. Wir sind ja grad erst drei Jahre jung, ähm, ich und die Bücher.

Inge Bosse Und dann hab ich ja noch vier Kinder, die ich alleine großziehe. Von daher- Hinke ich oft hinter dem her, was ich eigentlich gerne machen möchte. Ähm, hätte das natürlich super gerne schon. Ähm, kann von daher momentan nur mit, äh, positiven Rückmeldungen von auch von Leuten, die im Duden-Institut irgendwie, äh, 'ne Geschäftsstelle leiten und sagen, das funktioniert bei uns total: super. Inge Bosse: Ähm, könnt ich höchstens Rückmeldungen, die-- wo ich nicht nachgefragt hab, ob ich die veröffentlichen dürfte, aber selbst dazu komme ich nicht. Mr. Ralf: Also es ist, äh, mehr die positive individuelle Rückmeldung, die jetzt momentan erst mal für dich die Basis schafft, dass du sagst, das ist nicht nur meine Idee und bei meinem Kind hat's funktioniert, sondern bei vielen anderen funktioniert's jetzt auch. Inge Bosse: Ja, also ist leider so, ich würd's gerne ein bisschen wissenschaftlicher haben, schaffe ich aber momentan einfach nicht. Dr. Stefan: Step by step. Du hast aber auch Reihen sozusagen, Luna Laura oder Tod und Tod. Ähm, da gibt's jetzt den dritten Band, also bestimmte Figuren, ähm, die du dann Geschichten erleben lässt, die offenbar gut funktionieren und wo du sagst, da gibt's 'n dritten Band, dann gibt's wahrscheinlich demnächst 'n vierten Band.

Inge Bosse Also natürlich kann ich im Grunde genommen, ähm, muss ich tatsächlich sagen, meine Zahlen habe ich eigentlich überhaupt null im Blick. Ich-- War einfach 'n Gefühl und 'n,: ähm, für mich war einfach wichtig, dass wir im Fünf-Buchstaben-Bereich einfach breit aufgestellt sind, damit eben man viel üben kann, weil es bringt einem ja nichts, wenn ein Kind, wenn wir ein Buch haben und das Kind kann es dann auswendig. Inge Bosse: Das, äh, find ich, da trainiert es das nicht, was ich gerne möchte, dass das Kind trainiert, sondern wir brauchen da einfach 'ne breite Spreizung, damit einfach möglichst viel Wörter und Themen, die die Kinder da unterhalten können, eben vorhanden sind. Bei Luna und Laura ist das einfach an meiner Tochter gewachsen, die tatsächlich eine dieser Figuren mit ihrer besten Freundin ist und wo ich einfach deren Lebenswelt so 'n bisschen charmant zurückgespiegelt habe und so Themen, die einfach tatsächlich eher Zehnjährige, würd ich sagen, weil sie zu dem Zeitpunkt zehn war und gar nicht Sechsjährige behandelt. Inge Bosse: Von daher hier noch mal irgendwie der Hinweis, die Inhalte der Luna- und Laura-Reihe sowie der Tod-Tot-Reihe ist eher an größeren Kindern tatsächlich orientiert als an Jüngeren. Das ist natürlich auch 'ne Marktlücke, weil ich oft gefragt werde hier, ähm, wir haben ju-- auch Ältere, ist das für die spannend?

Inge Bosse Und die erleben 'n bisschen witzig und frech einfach ihren Alltag bei Tod Tot. Das ist 'n bisschen fiktiver,: weil er eben Geistertiere sehen kann, die er ins Licht führen muss. Hier gebe ich mir jetzt tatsächlich 'n bisschen mehr Zeit, weil nachdem ich einmal sechs Bücher geschrieben und illustriert habe, war ich echt durch, dass ich gesagt hab, das mache ich nicht noch mal. Inge Bosse: Deswegen jetzt, wir haben 'ne Basis, womit jedes Kind lesen lernen kann und jetzt wird die nach und nach noch mal schrittweise etwas ausgebaut und dann möchte ich auch gerne noch mal für Jugendliche so 'n bisschen stärker, äh, den Fokus legen. Dr. Stefan: Also gut, du musst einfach expandieren. Noch zwei Verlagsmitarbeiter oder drei und dann, ähm, muss das durch die Decke gehen. Mr. Ralf: Genau, aber auch nur sechs Bücher, weil sieben nicht. Weil sieben hat ja sieben Buchstaben. Dr. Stefan: Geht da nicht. Nee, sechs Buchstaben. Aber, aber Bände gehen schon. Bände gehen schon. Und das Schöne bei den Bänden ist ja, dass dann auch, ähm, also ein, ein, ein, ein Character sozusagen dann, äh, den Leser, den Lese-, die Leserin weiterführt.

Dr. Stefan Also ist ja vertrautes Ge..., vertraute Figur und, ähm, da-dann will man auch das nächste Abenteuer und das übernächste erfahren. Also es ist eigentlich schon: dann gut gemacht, um die da weiterzuführen. Aber du hast auch, ähm, fand ich, ähm, auch ganz unkonventionelle, ähm, Themen, ähm, zum Beispiel auf der Demo. Dr. Stefan: Ähm, auf der Demo, wo man jetzt erst mal denkt, ist das das typische, ähm, Kinder-, Kinderbuchthema, aber, ähm, da schaffst du's auch mit vier Buchstaben, ähm, eben mit kurzen Wörtern in kurzen Sätzen und, und reimende Wörter, ähm, dass, äh, du, du 'n Buch zur, ja, Demokratiebildung, äh, mit der Leseförderung verbindest. Dr. Stefan: Alle sind auf der Demo. Das sind ja schon auch, das ist abseits vom Mainstream, was man sonst so an- Kinderbuchthemen hat.

Inge Bosse Ähm, das war tatsächlich, ich weiß gar nicht so richtig, wie sich das ergeben hat. Das, äh, wächst ja auch immer so 'n bisschen so 'n Thema, das in einem so 'n bisschen, ähm, rumschmort und dann wird's: immer greifbarer und dann irgendwann hat man tatsächlich 'ne Über-Überschrift dazu. Inge Bosse: Auf der Demo war mir einfach irgendwie wichtig, weil es mir darum ging, dass man eben jedes Tier, also es geht da, da sind hauptsächlich wieder Tiere drin, was will und jedes Tier will natürlich auch was anderes und dass das auch legitim ist, dass jeder was anderes will, dass man aber trotzdem friedlich nebeneinander das fordern kann, unabhängig davon, dass es natürlich auf 'ner Demo auch Nebenschauplätze gibt. Inge Bosse: Hier war natürlich die Schwierigkeit tatsächlich, dass die Wörter nicht nur maximal vier Buchstaben lang sind, sondern dass sie auch noch reimen. Und wenn sie sich reimen, sollen sie sich natürlich möglichst auch noch Sinn ergeben. Das war 'ne schöne Herausforderung, ähm, die mich tatsächlich irgendwie manchmal ganz schön an meine Grenzen gebracht hat, aber ich denke, das hat sich gelohnt. Inge Bosse: Es ist wirklich, meine Tochter liest das total gerne, weil man eben einfach so schöne kleine Portionen hat. Also man kann entweder mal 'n Schild lesen. Da möcht ich noch mal drauf hinweisen, dass wir tatsächlich Bücher haben, wo die Wörter nur mit Großbuchstaben geschrieben werden, gerade wenn so im Kindergartenbereich- Ah ja. Inge Bosse: -oder Dr. Stefan: im,

Inge Bosse im Förderschulbereich die Kleinen einfach noch nicht sitzen, weil dann muss man ja, äh, nur sechsundzwanzig können: statt zweiundfünfzig Buchstaben. Dann hat man auch im Demobuch Schilder, die man lesen kann, wenn man nur die Großbuchstaben kann. Aber es gibt auch Sprechblasen mit gemischter Schreibweise, also der regulären Schreibweise, dass wir, auch wenn wir beide Formen der Buchstaben können, auch gut mitlesen können. Dr. Stefan: Dann vielen Dank für diesen Einblick, den du uns gegeben hast in die Welt der kurzen, äh, Wörter oder das Lesenlernen mit kurzen Wörtern, über die, ja, Erst- und vielleicht sogar dann Zweitlesebücher. Mr. Ralf: Ja, ist ja sogar was für Jugendliche mit dabei. Für Jugendliche auch, genau. Für die, die's mit dem Lesen nicht so haben. Inge Bosse: Ja, oder die auch nach Deutschland gekommen sind und irgendwie überhaupt erst mal da so- Mr. Ralf: In die Inge Bosse: deutsche Mr. Ralf: Sprache reinschnuppern Inge Bosse: müssen Mr. Ralf: und verstehen müssen, dass da- Inge Bosse: Ja, mir wurde auch gesagt, dass das ganz gut ist, weil die manchmal gar nicht so 'ne Kultur haben, sich kennenzulernen, ne. Wie lernt man sich denn hier eigentlich in Deutschland kennen, wenn man Jugendlicher ist?

Inge Bosse Also, ähm, von daher ist das so mal noch 'n ganz schöner Einflus..., eine Möglichkeit auch zu zeigen, wie man sich so: kennenlernen könnte. Dr. Stefan: Ja. Okay, dann wünschen wir dir Fortune mit deinem Lauter Verlag und vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, bei uns in der Kinderbuchpraxis zu Gast zu sein. Mr. Ralf: Danke schön. Inge Bosse: Ja, ich dank euch auch, dass ihr euch die Zeit für mich genommen Inge Bosse: habt.

Über diesen Podcast

Der Fachpodcast für Kinderbuch und Jugendbuch! In der Kinderbuchpraxis werden alle Themen rund um Kinder- und Jugendbücher behandelt. Bekannte Autor*innen, Illustrator*innen oder Verleger*innen und viele weitere spannende Gäste kommen in die Praxis zu Mr. Ralf (Ralf Schweikart) und Dr. Stefan (Stefan Hauck). Das ungleiche Duo rückt schon mal aus zum Hausbesuch. Zweimal im Monat erscheint eine neue Folge - am zweiten und am vierten Freitag. #kinderbuch #kinderbücher

von und mit Stefan Hauck und Ralf Schweikart

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